Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Genfer Konvention gilt doch in Guantanamo, AJ, 11.7.2006

MOD
In die amerikanische Antiterrorpolitik kommt Bewegung. Nachdem das Hoechstgericht die von der Regierung Bush geplanten Militaergerichtsverfahren in Guantanamo fuer verfassungswidrig erklaert hat, wird Guantanmo in mehreren Kongressausschussen behandelt. Die Regierung Bush erklaert sich erstmals bereit die Gefangenen in Guantanamo als Kriegsgefangene nach der Genfer Konvention anzuerkennen.

BEITRAG
Fuer die amerikanische Regierung handelt es sich um eine ziemliche Kertwende: Jahrelang hat das Pentagon es abgelehnt die Gefangenen des Antiterrorkampfes als Kriegsgefangene zu behandelt, sie galten als illegale Kaempfer, die ausserhalb des Kriegsrechts stehen. Heute frueh gab Tony Snow, der Pressesprecher des Weissen Hauses jedoch bekannt, ab nun wuerden alle Gefangene in der Hand des amerikanischen Militaers entsprechend Artikel 3 der Genfer Konvention behandelt. Das sei eine Konsequenz der juengsten Hoechstgerichtsentscheidung, in der die Praxis in Guantanamo als im Widerspruch zur Genfer Konvention stehend kritisiert wurde. Die Regeln sind in neuen Richtlinien des Pentagon zur Behandlung von Gefangenen enthalten. Das Weisse Haus sagt, in der Praxis werde sich wenig aendern, weil die Gefangenen entgegen den Behauptungen der Kritiker schon bisher menschenwuerdig behandelt wurden. Hoechstwahrscheinlich nicht erfasst sind die Geheimgefangenen des CIA, deren Name und Gefaengnisse ja nicht einmal dem Roten Kreuz mitgeteilt werden. Aber ganz offensichtlich versucht die Regierung Bush den Kritikern ihrer Antiterrorpolitik zumindest teilweise entgegenzukommen. Was ueberhaupt mit Guantnamo geschehen soll und vor welche Art von Gerichten die Gefangenen gstellt werden sollen, das wird zur Zeit im Justizausschuss des Senats heftig diskutiert, auch die Militaerausschuesse beider Haeuser des Kongresses wollen sich in diese Debatte einschalten.

 

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