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Genkartoffel zugelassen, AJ,
2.2.2010
Die Europäische Kommission
hat heute die Zulassung der genetisch veränderten Kartoffel mit dem
Namen Amflora zur Herstellung von Stärke für den industriellen
Gebrauch in der EU beschlossen. Ebenfalls grünes Licht gibt es für
drei Genmaissorten zur Verwendung als Futter- und Lebensmittel. Die Entscheidung
ist nach ausführlicher Prüfung erfolgt, die keine Hinweise auf
negative Auswirkungen ergeben hat. Österreich wird seine national
gültigen Verbote aufrechterhalten, heißt es im Gesundheitsministerium.
Seit vierzehn Jahren tobt in Europa der Disput um Amflora, die vom deutschen
Chemieriesen BASF entwickelte Kartoffel, die besonders gut geeignet ist
Stärke für die Papierindustrie oder für Klebstoff zu produzieren.
Essen kann man Amflora nicht.
Mehrmals haben Gesundheitsbehörden und Lebensmittelbehörden
der EU bestätigt, dass die umstrittene Knollenfrucht sicher ist,
beteuert heute EU-Gesundheitskommissr John Dalli.
Im Rat der EU-Gesundheitsminister fand sich daher nicht die nötige
qualifizierte Mehrheit, um die mit strengen Auflagen verbundene Zulassung
zu verhindern. Daher heute das erste Mal seit 14 Jahren das grüne
Licht zur Anbaugenehmigung für eine genveränderte Frucht.
Ab April könnte der Anbau in Deutschland und Tschechien beginnen,
wo Bauern bereits Verträge mit BASF unterzeichnet haben. Schweden
und die Niederlande könnten bald folgen.
Nach den Regeln der EU können sich Gegner der Gentechnologie wie
österreich auf eine sogenannte Schutzklausel berufen, und den Anbau
von Amflora auf ihrem Gebiet nach wie vor zu untersagen.
Grüne und Umweltorganisationen sprechen von einem Kniefall vor der
Gentechnik-Industrie. Italiens Gesundheitsminister fordert einen Zusammenschluss
aller Gegner der Gentechnologie in der EU. Der Sprecher der CDU im Europaparlament
sieht dagegen einen Schritt in Richtung Zukunftstechnologie für die
europäische Landwirtschaft. Noch in diesem Jahr will die Europäische
Kommission neue Regeln zur Renationalisierung des Zulassungsverfahrens
für gentechnisch modifizierte Produkte vorlegen. Eine Konzession
an die Die Mitgliedsstaaten würden dadurch größere Selbständigkeit
erhalten, aber die Agrarindustrie wird in Europa mit zahlreichen zum Teil
widersprüchlichen Regeln konfrontiert sein.
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