Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Gentechnikkompromiss, ZiB 24, 13.7.2010

Die Europäische Kommission ist heute einem langgehegten Wunsch Österreichs nachgekommen: EU-Staaten sollen in Zukunft die Möglichkeit haben sich für genfreie Landwirtschaft zu entscheiden, unabhängig von Ausgang der wissenschaftlichen Zulassungsverfahren für neue Produkte. Die Grundsatzdebatte für Vor- und Nachteile der Gentechnik ist damit allerdings nur verschoben.
Seit Jahren tobt der Glaubenskrieg um gentechnisch veränderte Pflanzen.
Während im Rest der Welt die Biotechnik boomt, blockierten einander Gegner und Befürworter hartnäckig in der Europäischen Union.
Jetzt gibt die Europäische Kommission Mitgliedsstaaten, die auf biologische Landwirtschaft setzen wollen, grünes Licht zum eigenständigen Anbauverbot.
JOHN DALLI, GESUNDHEITSKOMMISSAR
Für Österreichs Landwirtschaftsminister ein Schritt in Richtung Selbstbestimmung, auf den er seit langem drängt.
OT BERLAKOVITS, LWMinister
OT Hahn, Kommissar
Die Gentechnik Befürworter hoffen im Gegenzug auf die rasche Zulassung neuer genveränderter Pflanzen auf ihren Feldern.
Aus der Nahrungsmittelkette ist die Gentechnik sowieso nicht mehr wegzudenken.
Es ist das erste Mal seit langem, dass in einer so sensiblen Frage wie der Zulassung Genveränderten Pflanzen die Entscheidungskompetenz von der Union zurück an die Mitgliedsstaaten geht. Das freut die wachsende Zahl der Gegner grüner Gentechnik, der Preis wird ein unübersichtlicher Fleckerteppich unterschiedlicher Regeln auch zwischen Nachbarn quer durch Europa sein.

 

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