Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

Gonzales Hearing im US-Senat, ZiB 1, 6.1.2005

In Washington haben die Herings im Kongress fuer die neuen Regierungsmitglieder der zweiten Amtszeit George Bushs begonnen. Heute musste sich der zukuenftige Justizminister den Fragen der Senatoren stellen. Alberto Gonzales ist heftig umstritten, weil er als Rechtsberater des Weissen Hauses bei Terrorverdaechtigten Verhoermethoden genehmigen liess, die ueblicherweise unter den Begriff der Folter fallen.
Alberto Gonzales ist einer der engsten Vertrauten des Praesidenten.
Als Rechtsberater im Weissen Haus war er fuer die umstrittensten Entscheidungen im Antiterrorkampf verantwortlich.
Und die Anhoerung des Sohnes mexikanischer Einwanderer steht auch ganz unter dem Schatten von Abu Graib.
Wieder und wieder muss sich der Kandidat gegen den Vorwurf einer Lockerung des Folterverbots verteidigen.
Der Praesident hat Folter unter allen Umstaenden ausgeschlossen, beteuert Gonzales, und als Justizminister werde er dieses Verbot auch durchsetzen.
Anderslautende Memoranden der Regierung, die ihm demokratische Senatoren vorhalten, seien laengst nicht mehr gueltig.
Dass Pentagon hat heute erstmals eine Untersuchung von Misshandlungsvorwuerfen in Guantanamo angekuendigt. Dass die USA Terrorverdaechtige nicht als Kriegsgefangene behandeln, das haelt Gonzales nach wie vor fuer richtig.
Gefangene Al Kaida Mitglieder sind keine Soldaten, sie muessen trotzdem menschenwuerdig behandelt werden.
Als Wunschkandidat von George Bush ist Alberto Gonzales die Bestaetitugn durch den Kongress sicher. Aber einen zukuenftigen Justizminister, der sich mit Foltervorwuerfen gegen die Regierung auseinandersetzen muss, das hat es in der amerikanischen Geschichte noch nicht gegeben.


 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann