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Griechenland aktuell, MoJ,
3.6.2011
Seit Tagen hagelt es schlechte Nachrichten über die Finanzlage Griechenlands.
Erst gestern hat die Ratingagentur Moodys das Land neuerlich herabgestuft.
Ab heute sollten die Experten des Internationalen Währungsfonds,
der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank
ihren Prüfbericht abgeschlossen haben. Danach muss entschieden werden,
ob neuerliche Finanzhilfen an Griechenland gewährt werden können.
Der Prüfbericht über Griechenlands Finanzen könnte heute
fertigt sein, das ist die große Erwartung.. Wie genau die Experten
konkret die Lage in Griechenland einschätzen, ist allerdings nicht
bekannt. Hinter den Kulissen wird schon seit Tagen nach einem Ausweg aus
der Sackgasse gesucht, in der die griechischen Sanierungspläne stecken.
Ende Juni muss die nächste Tranche von 12 Milliarden Euro aus dem
Hilfspaket des vergangenen Jahres überwiesen werden. Ein Drittel
davon kommt vom Internationalen Währungsfonds, der nicht zahlen will,
wenn die Sparversprechen nicht mehr realistisch erscheinen.
Ohne internationale Finanzhilfe im Juni könnte die Regierung in Athen
im Juli keine Gehälter mehr auszahlen. Möglicherweise müssten
Europäer und Griechen gemeinsam die Lücke füllen, wenn
der Währungsfonds ausläßt.
Aus den Erfahrungen in der Weltwirtschaft weiss man, dass von Schulden
geplagte Länder für eine finanzielle Erholung viel länger
brauchen, als nur ein Jahr, wie das für Griechenland geplant war.
Ein Scheitern des griechischen Sanierungsplanes hätte verheerende
Auswirkungen auf andere EU-Staaten. Gearbeitet wird jetzt an einem Mix
von Hilfs-Maßnahmen, deren Kern darin besteht Griechenland mehr
Zeit zu geben. Muster könnte eine sogenannte Wiener Vereinbarung
sein, nach der private Kreditgeber sich verpflichten neue Anleihen zu
kaufen, wenn alte auslaufen. Auf diese Weise ist 2009 osteuropäischen
Staaten und österreichischen Banken geholfen worden.
Griechische Medien berichten, Premierministers Papandreou wolle Eurogruppenchef
Jean Claude Juncker bei seinem heutigen Canossagang nach Luxemburg eine
Erhöhung der Mehrwertsteuer und zusätzliche Einsparungen in
de Höhe von 6,4 Milliarden Euro zusichern. Auch raschere Privatisierungen
sind geplant.
Auf jeden Fall verfügen die Europäer mit dem Euro-Rettungsschirm
jetzt über ausreichend Instrumente um mit einer solchen Lage fertig
zu werden. Und Griechenland macht nur 2 Prozent der Wirtschaftsleistung
des Euroraumes aus. Der Euro selbst ist trotz der großen Unsicherheit,
wie es mit Griechenland weiter gehen soll, auf den Finanzmärkten
unverändert stark geblieben.
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