Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Griechenland braucht Notkredite, AJ, 23.4.2010

Von einer Insel der Ägäis aus überbrachte der griechische
Ministerpräsident Papandreou seinen Bürgern die bittere Nachricht.
Das Misstrauen der Finanzmärkte in die Sparpläne der Regierung in
Athen ist zu groß, Griechenland bleibt nichts anderes übrig als
den Rettungsmechanismus der Europäer und des Internationalen
Währungsfonds in Gang zu setzen. Bis zu 30 Milliarden Euro haben
die Euro-Staaten versprochen, Österreich wird sich an dem
EU-Darlehen an Griechenland mit maximal 850 Millionen beteiligen.
Bevor die Gelder fließen müssen die Europäische Kommission und die
Europäische Zentralbank das Hilfsansuchen prüfen, danach werden
noch einmal die Euro-Staaten gefragt, die einstimmig ihre
Zustimmung geben müssen. Der Vorgang kann mehrere Tage dauern und
vor allem Deutschland, der größte Geldgeber, will sicher sein,
dass es wirklich keine Alternative zur europäischen Unterstützung
gibt. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will zuerst einen
neuen Sparplan Griechenlands sehen, bevor sie Grünes Licht gibt.
Merkel Angela (CDU)
Es geht hier um die Stabilität des Währungsraums insgesamt, also
des Euro.
Löw Raimund (ORF)
Griechenland hofft, dass der Hilfsmechanismus bis spätestens
Mitte Mai aktiviert ist. Es ist das erste Mal in der zehnjährigen
Geschichte des Euro, dass es einer derartigen Kraftanstrengung
bedarf, um ein Euro-Land vor der Zahlungsunfähigkeit zu retten.
Die politischen Solidaritätserklärungen der letzten Monate haben
offensichtlich nicht ausgereicht um die griechischen Finanzen zu
stabilisieren. Die Hoffnung, dass schon die Existenz eines
Rettungsnetzes allein reichen wird, damit Griechenland über die
Runden kommt erwies sich als übertrieben optimistisch. Jetzt
hoffen die Europäer, dass die griechische Krankheit nicht auch auf
andere Schwächere Euro-Länder übergreift.

 

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