Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Griechenland in Verzug, Ju5, 22.2.2010

Die griechischen Staatsschulden beschäftigen nach wie vor Europa. Zwar konnte sich der Euro im heutigen Devisenhandel gut behaupten. Aber die Sorge, dass Griechenland es aus eigener Kraft nicht schaffen wird, sich aus der erdrückenden Last seiner Schulen zu befreien, ist noch lange nicht beseitigt.
Seit heute kontrollieren in Athen Finanzexperten der Europäischen Union die Sanierungspolitik der griechischen Regierung. Die Europäer wollen sicher gehen, dass der versprochene brachiale Sparkurs auch tatsächlich umgesetzt wird. Nur dann will die Europäische Union dem schwer angeschlagenen Land zu Hilfe kommen. Die erste Frist aus Brüssel hat Griechenland bereits verpasst. Bis letzten Freitag sollte das Finanzministerium in Athen klärende Unterlagen zu den Devisenspekulationen liefern, die das Defizit jahrelang verschleiert haben. Diese Dokumente sind nicht eingetroffen, heißt es in der Europäischen Kommission. Ein Beamtenstreik sei für die Verzögerungen verantwortlich. Die Europäische Kommission hofft jetzt, dass diese Unterlagen möglichst bald nachgeliefert werden. Einen konkreten Griechenland-Rettungsplan mit Krediten und Bürgschaften in der Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro, von dem das Wochenmagazin Der Spiegel berichtet, will in Brüssel niemand bestätigen. Das seien reine Spekulationen, beteuert ein Sprecher der Kommission.
In Deutschland tauchen inzwischen immer neue Zahlen über das Engagement der deutschen Banken in den jetzt von der Schuldenkrise erfassen EU-Staaten. Nicht griechische Staatsanleihen, auch Papiere aus Irland, Spanien, Portugal und Italien in der Höhe von mehr als 500 Milliarden Euro liegen in deutschen Banken. Zahlungsschwierigkeiten in den schwächeren EU-Staaten würden schlagartig zu einer neuerlichen gesamteuropäischen Bankenkrise führen. Dementsprechend stark ist das Interesser Aller in Europa, dass die griechischen Schwierigkeiten nicht eskalieren.

 

 

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