Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Griechenlandkrise, Notizen, ZiB 24, 12.9.2011

Wie weiter?

 
 Vor vierzehn Tagen hat es einen handfesten Krach gegeben, zwischen Troika, also EU-Experten, dem IWF  und den griechischen Behörden, weil die Prüfer nicht zufrieden waren.

  Jetzt gibt es diese neuen Steuern, Sondersteuer auf Immobilien, damit würden die Budgetzahlen wieder verbessert. Die Experten sind jetzt wieder in Athen und prüfen, grünes Licht für die nächste Tranche ist möglich, aber nicht sicher.

  Aber ein Gesetz reicht nicht aus, wird es auch exekutiert? Trägt die griechische Gesellschaft diesen Sparkurs mit, obwohl die Menschen erleben, dass sich die Wirtschaftliche Lage immer mehr verschlechtert und Ausweg aus der Rezession immer weiter in die Ferne rückt.
  In Wirklichkeit braucht man einen langen Atem um einem  Schuldnerstaat wie Griechenland  mehr Spielraum geben, sich zu erholen.

  Ob dazu politischer Wille in Europa da ist, das ist große Frage.

Was für was contra Staatspleite?

  Staaten sind natürlich in der Vergangenheit immer wieder pleite gegangen.  Da zahlen zwar viele einen hohen Preis, in Argentinien hatten die Kunden lange keinen Zugang zu ihren Bankkonten. Das Argument ist, das  ist nicht automatisch das Ende der Welt, auch aus Insolvenzen haben sich Firmen schon erfangen.

  Aber ein Volk hängen lassen, ein Land hängen lassen wie man ein Kaufhaus in die Insolvenz schickt, das wäre ein politisches  Desaster in Europa.
 Es wäre ein Signal, dass die Europäer nicht fähig sind mit den Problemen einer Volkswirtschaft fertig zu werden, die keine 2 Prozent des gesamten Währungsraumes ausmacht.
 
  Daher gibt es ja die Gegenposition, die besagt, wir brauchen viel engere wirtschaftliche Integration in Europa, Richtung Vereinigte Staaten von Europa um in stürmischen Zeiten zu Stabilität zu kommen.
  Bekanntlich könne auch in USA Bundesstaaten oder Städte zahlungsunfähig werden, aber aus Washington weiter Pensionen, Arbeitslosengelder, Beamtengehälter, das gibt großem Wirtschaftsraum Sicherheit, die im Fall Griechenland nicht gegeben

 

Auswirkungen für Österreich?

  Für Österreich genauso wie für die anderen Staaten Europas wäre die Folge Destabilisierung des Umfelds.  

  Niemand weiss wie groß die Ansteckungsgefahr für andere Euroländer und wäre und für allem für die Banken Europas, die ja alle miteinander verbunden sind.

  Österreich hat schon vor drei Jahren erlebt, wie rasch sich Wirtschaftskrise in Osteuropa  auf die österreichischen Banken ausgewirkt haben. Da hat die Europäische Union sehr rasch geholfen und die Österreicher konnten aufatmen, trotz großen  Risiken heimischen Banken in Osteuropa,  die ja nach wie vor nicht verschwunden sind.
 
   An diese rasche Hilfe der EU damals  erinnert man sich oft nicht gerne. Aber gerade in kleines Land wie Österreich ist natürlich darauf angewiesen, dass die europäische Solidarität funktioniert, auch in schwierigen Situation.
 

 

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