Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

Griechische Unsicherheiten, ZiB 13, 26.1.2012

Werden auch Staaten Schulden nachlassen müssen?
  Das war bisher nicht geplant, man hat geglaubt, dass es reicht, wenn private Banken und private Fonds Schuldennachlass gewähren.  Das Ziel ist ja, dass Griechenland bis 2020 auf eigenen Füssen steht und dann nicht mehr von Schulden erdrückt wird.  Aber ein Teil der griechischen Staatsanleihen liegt bei der Europäischen Zentralbank.  Da ist es nicht unlogisch zu sagen, da sollte sich auch die öffentliche Hand beteiligen. Und auch die EZB beteiligen.
    Eurostaaten ja bisher keinen Cent  verloren in Griechenland, obwohl Anschein manchmal anderer ist. Was Juncker sagt ist, dass es im Interesse aller sein kann Griechenland mehr Schulden nachzulassen, vielleicht auch zu sagen Griechen brauchen mehr Zeit als bisher geplant um chaotisches Bankrott zu verhindern, weil die alle noch teurer käme.
Alles:  Im Gegenzug die Sanierungsmassnahmen und Sparmassnahmen in Athen gibt. Und da, das muss man dazusagen, verschärft sich der Ton gegenüber Athen ziemlich. Die letzten Sparforderungen, mit Abbau von 150 000 Beamten, neuen Steuern, Kürzungen bei den Pensionen fast in Form eines Ultimatums vorgetragen.

Lauter schlechte Nachrichten – glaubt man in BXL Griechenland noch zu sanieren?
   Bei Volkswirtschaften wird man sich immer um Sanierung bemühen.
   Wenn ein Konzern  Zahlungsunfähig ist, gibt es immer Alternative, es kann einen Ausgleich geben, nach dem weitergemacht wird, vielleicht gesünder als vorher. Oder einen Totalkonkurs, und die Firma verschwinden.
 Länder verschwinden nicht, Greichenland wird von der Landkarte nicht verschwinden, selbst wenn alles, was man bisher versucht hat, schiefgeht.
      Alternative ist:  geordnetem Schuldenschnitt oder ungeordneter Zahlungsunfähigkeit. Wäre dramatiscfhes Scheitern,  – inzwischen nicht  völlig auszuschließen, aber Argument, noch höhere Kosten,  für die Griechen genauso wie für die Europäer.
  Ich würde davon ausgehen, dass  dieses Tauziehen um die  griechischen Finanzen noch einige Zeit weiter gehen wird. Allerletzte Deadline um einen formellen Bankrott zu vermeiden ist der 20.März, an dem Athen 14 Milliarden Euro zurückzahlen muss, die in den griechischen Staatskassen aber fehlen.

 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann