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Guantanamo Augenschein, ZiB
2, 3.2.2006
Begonnen hat es mit einer
Einladung von allerhoechster Stelle im letzten Sommer.
BUSH Go see for yourself
Selbst nach Guantanamo reisen, das heisst monatelange Verhandlungen mit
dem Pentagon, Genehmigungen einholen und Formulare ausfuellen.
Doch schliesslich, sind wir tatsaechlich unterwegs in die Karibik.
Der amerikanische Marinestuetzpunkt ist ueber 100 Jahre alt.
Vom McDonald ueber die Shopping Mall gibt es hier Einrichtungen fuer die
8000 zivilen Bediensteten und Soldaten.
Der Pressbus bringt uns schließlich in die umstrittene Gefaengnisanlage,
die den Ruf Amerikas in der Welt so nachhaltig belastet.
Man zeigt uns leere Zellen, immer dabei ein Exemplar des Korans. Wer sich
gut verhaelt, darf auch Fussball spielen, heisst es, die Behandlung sei
menschenwuerdig und gerecht.
Uns zeigt man aber nur jenen Teil des Lager, in dem sich die Gefangenen
aufhalten, die als kooperativ gelten.
Sie tragen weiss und nicht mehr das anstoessige Orange der ersten Zeit.
Es ist uns streng verboten mit diesen Gefangenen zu sprechen, und auch
Gesichter durfen keine gefilmt werden.
Immer wieder versichert man uns: diese Menschen gehoeren zu den gefaehrlichsten
Terroristen.
Das Gefaengnisspital von Guantanamo.
Neun Gefangene befinden sich zur Zeit im Hungerstreik.
JEREMY MARTIN, PRESSESPRECHER GUANTANAMO
Ein solcher Schlauch wird durch die Nase eingefuehrt, zur kuenstlichen
Ernaehrung, erklaert der Gefaengnisarzt.
Aber seinen Namen moechte der Arzt er nicht sagen, es hat Drohungen gegen
uns und unsere Familien gegeben.
Zwischen Waechtern und Gefangenen gibt es aber auch freundliche Kontakte.
Dieser junge Soldat aus Louisiana hat sogar einige Worte Paschtunisch
und Arabisch gelernt
SEMAN SCHNEIDER, WAECHTER
Aber der verheerende Eindruck des Jahres 2002 mit den Kaefigen in freier
Natur von damals laesst sich nicht so leicht ausloeschen.
Die Zeiten sind sichtlich vorbei, als man die Gefangenen hier, in diesen
Gefaengnissen, praktisch in freier Natur festgehalten hat. Dieses sogenannte
Camp X-Ray wurde aufgelassen, jetzt baut man neue und permanenter Anlagen.
Das heisst aber auch, dass sich das Pentagon auf einen laengeren Zeitraum
einstellt.
Hier entsteht ein neues, zusaetzliches Hochsicherheitsgefaengnis: fuer
32 Millionen Dollar baut eine Tochter der Firma Halliburton.
Bei der Fuehrung durch Camp fuenf, fuer die Allergefaehrlichsten Gefangenen
kommt es zu einem Zwischenfall:
Schreie und lautes Klopfen aus den Zellen.
Ueberstuerzt werden wir aus dem Zellentrakt gefuehrt.
Worum duerfen wir nicht bleiben, um zu berichten?
ANTONY MENDEZ, WACHEKOMMANDANT
Was wir gehoert und gesehen haben, koennen wir berichten,
Diese Waechter erzaehlen von gewalttaetigen Attacken durch die Gefangenen.
YANT, GEFAENGNISWAECHTER
Ja, ich habe schon den Fall gehabt, dass Fakalien auf mich geworfen wurden.
Manchmal wird man angespuckt oder beschimpft, aber wir wissen, wie man
damit umgeht.
Bei der Extremsituation eines Gefaengnisses ohne eindeutige rechtsstaatliche
Basis ist es geblieben in Guantanamo. Die zweifelnden Fragen zu den amerikanischen
Methoden im Kampf gegen den Terrorismus werden damit wohl bleiben, trotz
der Besuche internationaler Journalisten.
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