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Guantanamo:
Namen veroeffentlicht, ZiB 1, 4.3.2006
Erstmals hat die amerikanische Regierung die Namen von hunderten von Gefangenen
in dem von Menschenrechtsaktivisten heftig kritisierten Terroristengefaengnis
in Guantanamo freigegeben. Das ist die Folge einer Richterentscheidung,
der der Argumentation des Verteidigungsministeriums nicht folgen wollte,
mit der Geheimhaltung wuerde die Privatspaere der Haeftlinge geschuetzt.
Fuer das Pentagon stellt diese Entscheidung eine empfindliche Niederlage
dar.
Seit dem Tag vor inzwischen vier Jahren, als sie nach Guantanamo gebracht
wurden, hat das Pentagon diese Gefangenen als die gefaehrlichsten aller
Terroristen bezeichnet. Aber die Namen der Haeftlinge galten als Staatsgeheimnis.
Nur ueber Menschenrechtsorganisationen erfuhr die Oeffentlichkeit, wer
eigentlich festgehalten wird in dem umstrittenen Gefaengnis.
Jetzt zwingt ein Bundesrichter das Pentagon zur Offenlegung von hunderten
Verhoerprotokollen, die auch die Namen von 317 der etwa 500 verbliebenen
Gefangenen enthalten.
Es sind junge Maenner aus mehr aus 30 Staaten. Und viele bestreiten terroristische
Absichten.
Bekannte Namen sind nicht darunter. Etwa Chalid Scheik Mohammed, den die
USA als Drahtzieher der Anschlaege des 11.September ansehen, sitzt in
einem Geheimgefaengnis des CIA.
Das Pentagon versichert , die Gefangenen werden menschenwuerdig behandelt.
Aber das Time Magazine veroeffentlicht Details ueber das Verhoer von Mohammed
El Katani, der zu den Verschwoerern des 11.September gezaehlt wird. Eineinhalb
Monate lang wurde der Mann taeglich 20 Stunden verhoert, das belegen die
offiziellen Protokolle. Mit eiskaltem Wasser und drastischen Temperaturschankungen
arbeiteten die Vernehmer.
Schritt fuer Schritt lueften amerikanische Gerichte den Schleier des Geheimnisses
ueber Guantanamo. Menschenrechtsorganisationen begruessen diese Entwicklung.
Das Pentagon dagegen tut sich immer schwerer zu erklaeren, wie es wirklich
steht um die Menschenrechte im Antiterrorkrieg.
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