Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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1Guantanamostreit USA-UNO, MoJ, 17.2.2006


Internationale Aufforderungen Guantanamo zu schliessen, gab es in den letzten Monaten viele. Aber selten fuehlten sich die USA so betroffen, wie nach dem vernichtenden Urteil der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen. Auch der sonst so vorsichtige UNO-Generalsekretaer Kofi Annan meint, frueher oder spaeter werde Guantanamo geschlossen werden muessen.Zu entscheiden hat das die die amerikanische Regierung, so Kofi Annan, aber hoffentlich tut sie das so frueh wie moeglich.Umso heftiger klang die Reaktion aus dem Weissen Haus auf den Bericht der UNO-Experte, der den USA in Guantanamo eine Verletzung des Voelkerrechts vorwirft, weil die meisten Gefangenen nicht vor Gericht gestellt werden. Brutale Verhoermethoden wuerden im Bereich der Folter liegen, sagt die UNO.Das diskreditiert doch die Vereinten Nationen, meint Pressesprecher Scott McLellan, dieser Bericht beruht nicht auf Tatsachen, sondern nur auf unbewiesenen Beschuldigungen.Das Weisse Haus behauptet, die UNO-Menschenrechtsexperten haetten nur altbekannte Anschuldigungen der Anwaelte von Gefangenen wiederholt.Die waren doch nicht ein einziges Mal vor Ort, sagtMcLellan, sie haben es nicht einmal noetig befunden die Anlage selbst in Augenschein zu nehmen.Auf eine Reise nach Guantanamo hatten die UNO-Experten verzichtet, nachdem ihnen Gespraeche mit Gefangenen verwehrt wurden. Es muss einfach zu Anklageerhebungen kommen, insistiert UNO-Generalsekretaer Kofi Annan.Wer nicht angeklagt wird, sollte freigelassen werden, das erfordert der Rechtsstaat, meint der UNO-Generalsekretaer.Von den zur Zeit etwa 580 Gefangenen sind aber bisher nur ein knappes Dutzend angeklagt worden. Dass die Proteste der UNO-Menschenrechtsexperten etwas an der amerikanischen Praxis in Guantanamo aendern wird, ist kaum zu erwarten. Die USA sagen, sie sind entschlossen Gefangene im Krieg gegen den Terrorismus so lange festzuhalten, bis die keine Gefahr mehr fuer die USA darstellen.


 

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