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Michael Häupl in Brüssel,
Wien heute, 20.1.2009
Pohanka Markus (ORF)
Die Städte und Gemeinden in der Europäischen Union wollen jetzt
stärker zusammenarbeiten, gegen die Wirtschaftskrise.
Bürgermeister Michael Häupl hat deshalb auch in seiner Funktion
als Präsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas in
Brüssel heute den EU-Kommissionspräsidenten Barroso getroffen.
Am
Rande hat Bürgermeister Häupl auch der heftig umstrittenen
Ausstellung eines tschechischen Aktionskünstlers einen Besuch
abgestattet, die jetzt doch in Brüssel noch einen Platz bekommen
hat, berichtet aus Brüssel für Wien heute Raimund Löw.
Löw Raimund (ORF)
Der Aufreger des Tages in Brüssel: ein Kunstwerk im
EU-Ratsgebäude, das nationale Klischees verulkt. Die umstrittene
bulgarische Stehtoilette ist seit heute schwarz verhängt. Fehlt
Europa der Sinn für Ironie?
Häupl Michael (SPÖ)
Na mit Sicherheit. Also ich kann es als Kunstwerk nicht
beurteilen, finde es auch nicht so wahnsinnig toll. Aber wenn man
sich über so etwas ärgert, dann fehlt einem schon eine gehörige
Portion Humor.
Löw Raimund (ORF)
Österreich mit vier Atomkraftwerken ist etwas zum Lachen?
Häupl Michael (SPÖ)
Ja, für mich schon. Als jemand der eigentlich aus der
Anti-AKW-Bewegung auch kommt.
Löw Raimund (ORF)
Ernster der Besuch des Bürgermeister bei Kommissionspräsident
Jose Manuel Barroso. Die Vertreter von Städten und Gemeinden
drängen darauf, das Gewicht der Kommunen stärker einzusetzen
im
Kampf gegen den Wirtschaftseinbruch. Das gemeinsame Engagement
Europas hat bisher geholfen die Krise zu mildern, das wissen auch
die Bürger, argumentiert Michael Häupl.
Häupl Michael (SPÖ)
Man braucht immer ein mehr Europa aus meiner Sicht, aber es ist
halt jetzt sehr viel deutlicher geworden. Das ist gar keine Frage.
Die Leute sehen das auch so. Ich meine, die Zustimmung zur
Mitgliedschaft Österreichs in der Europäischen Union ist ja
die
dritthöchste seit es überhaupt gemessen wurde zurzeit. Die Leute
wollen zusammenrücken. Ich meine, sie haben immer noch ihre
Skepsis gegenüber der Bürokratie, das verstehe ich, die habe
ich
auch, es ist für mich demokratische Normalität, dass man sich
auch
einmal streitet um die eine oder andere Maßnahme, aber das Projekt
Europa selbst steht außer jeden Zweifel.
Löw Raimund (ORF)
Dank der tschechischen Kunstprovokation in Brüssel hat die EU ja
jetzt sogar auch etwas zum Schmunzeln.
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