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Haditha Mordanklage, MoJ,
22.12.2006
Acht amerikanische Marineinfantristen
werden in Zusammenhang mit einem Massaker in der irakischen Stadt Haditha
im Herbst 2005 vor Gericht gestellt. Es droht ihnen lebenslange Haft.
Das entschied ein Militaergericht in Kalifornien. Die Staatsanwalt beschuldig
die Soldaten nach einem Bombenanschlag, der einem Kameraden das Leben
gekostet hat, aus Rache weaehrend mehrerer Stunden zwei Dutzend irakische
Zivilisten ermordet zu haben.
Haditha steht fuer das bisher groesste bekannt gewordene Massaker amerikanischer
Soldaten im Irak. Bis zu 24 Irakis sind nach Berichten von Ueberlebenden
von den Marines getoetet worden, nachdem ein amerikanischer Soldat durch
eine Bombe am Strassenrand umgekommen ist. Unter den Toten: vier Studenten,
die zufaellig in einem Taxis unterwegs waren. Sowie: zwei in Haeusern
am Strassenland lebende Grossfamilien, mit Frauen und kleinen Kindern.
Sie alle seien von den Marines kaltbluetig ermordet worden, aus Rache
fuer den vorangegangenen Anschlag. 3 Stunden dauerte die Orgie der Gewalt.
Die Marines hatten anfangs behauptet, die Toten seien Opfer eines Bombenanschlages
geworden. Erst als das Time Magazine gravierende Widersprueche in ihrer
Darstellung an die Oeffentlichkeit brachte, begann auch eine ernsthafte
militaerische Untersuchung.
Vier Marineinfantristen werden sich jetzt in aller Form wegen Mord verantworten
muessen. Staff Sergeant Frank Wuterich, dem verantwortlichen Offzier der
Gruppe, werden 13 Morde zur Last gelegt. 6 Morde soll er angeordnet haben
Vier weitere Soldaten sind beschuldigt an der versuchten Vertuschung des
Geschehenen beteiligt gewesen zu sein.
Die Verteidiger weist diese Darstellung zurueck und spricht von legitimer
Selbstverteidigung in einer extremen Gefechtssituation.
Haditha ist zu einem Symbol fuer eine ganze Reihe von Verbrechen geworden,
fuer die amerikanische Soldaten im Irak verantwortlich gemacht wurden.
Der irakische Premierminister Nuri al Maliki spricht von einem schrecklichen
Verbrechen und auch amerikanische Kongressabgeordnete, die informiert
wurden, zeigten sich entsetzt. Die Verdaechtigen sind seit Monaten in
Camp Pendelton, einem grossen Kasernenkomplex bei San Diego in Kalifornien,
in Haft.
Die Beweisfuehrung koennte schwierig werden, denn eine Exhumierung der
Opfer im irakischen Buergerkriegsgebiet ist bisher ausgeblieben. Der Ausgang
des Militaergerichtsverfahren konnte davon abhaengen, ob einer der Beschuldigten
sich bereit erklaert fuer eine geringe Strafe gegen seine Kollegen auszusagen.
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