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Hinrichtungen ausgesetzt,
MoJ, 17.12.2006
Dass gleich zwei Bundesstaaten Hinrichtungen bis auf weiteres aussetzen,
bringt eine neue Dimension in die Diskussion um die Todesstrafe in den
USA. Denn Giftspritzen, die in den vergangenen Jahren den elektrischen
Stuhl fast ueberall ersetzt haben, galten bisher als humane und zuverlaessige
Methode. Das schreckliche 34 Minuten lange Sterben des als Moerder zum
Tode verurteilten Angel Nieves Diaz in Florida hat diese Sicht jetzt in
dramatischer Weise widerlegt. Dass zur gleichen Zeit auch in Kalifornien
ein Richter die dort uebliche Abfolge von Giftcocktails als menschenunwuerdig
verboten hat, ermutigt die Gegner der Todesstrafe zusaetzlich. Sie weisen
darauf hin, dass es 2006 um vieles weniger Hinrichtungen und auch um vieles
weniger Todesurteile gegeben hat, als in den meisten vergangenen Jahren.
Mehrere Bundesstaaten haben Hinrichtungen ausgesetzt, bis die genaue Wirkung
des Gifts untersucht ist. Moderne DNA Analysen haben immer wieder nachgewiesen,
dass auch Unschuldige in den Todeszellen sitzen. Di
ese Erkenntnisse haben ebenfalls zu einer Nachdenkphase gefuehrt. Politiker
setzen sich jedoch in den allerwenigsten Faellen mit dem heissen Eisen
Todesstrafe auseinander. Zumeist sind es Gerichte, die die entscheidenden
Schritte setzen, wie jetzt auch in Kalifornien.
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