| |
|
Homosexuellen-Ehe
gestoppt, Zib 3, 12.3.2004
In Kalifornien hat das Hoechstgericht vorlaeufig die Verheiratung homosexueller
Paare in San Francisco gestoppt. Die Gerichte sollen das umstrittene Vorgehen
des Stadtverwaltung ohne Zeitdruck ueberpruefen koennen. Am anderen Ende
des Kontinents, in Massachussetss, wird der Streit dagegen immer heftiger.
Hier will das Abgeordnetenhaus dem vom Hoechgericht geforderten gruenen
Licht fuer Schwulenehene durch ein Verfassungsgericht einen Riegel vorschieben.
Wochenlang sind die heiratswilligen Paare aus ganz Amerika und sogar aus
Europa nach San Francisco gekommen: jetzt ist der Heiratsboom zu Ende.
Diese beiden Gluecklichen wurde als letzte getraut
Bei vielen anderen dagegen enttaeuschte Gesichter.
Um viertel vor vier waren wir da, erzaehlt sie, dann ist die Nachricht
vom Hoechstgericht gekommen und alles war vorbei, es war ein Schock.
Das Kalifornische Hoechstgericht hat die Stadt aufordert, die Trauungen
vorlaeufig auszusetzen. Ob der Gleichheitsgrundsatz der Verfassung oder
die traditionelle Definitiion der Ehe schwerer wiegt, das wird jetzt Gegenstand
langwieriger Gerichtsverfahren.
Buergermeister Gavin Newsom sieht einen Teilerfolg.
Keine einzige Heiratsurkunde ist ungueltig erklaert worden, wir setzen
unser Vorgehen aus, mehr nicht.
Mit unverminderter Haerte tobt die Schlacht um die Homosexuellenehe dagegen
in Massachussetts:
Die Hoechstrichter in Massachussets fordern die Einfuerung der gleichgeschlechtligen
Ehe ab Mai.
Jetzt wollen die Abgeordneten eine Verfassungsaenderung um das unmoeglich
zu machen.
Homosexuelle Aktivisten sprechen von der Gefahr neuer Diskriminierung.
Unsere Wuerde lassen wir uns nicht nehmen, ruft sie
Der lautstarke Disput hat auch den Praesidentschaftswahlkampf erfasst:
Der Vizepraesident wird daran erinnert, dass er vor jahren jede Diskriminierung
abgelehnt hat.
Heute dagegen verlangt George Bush eine Verfassungsaenderung um gleichgeschlechtliche
Ehen zu verbieten.
In den USA tobt laengst ein regelrechter Kulturkampf um die Stellung Homsexueller
in der Gesellschaft. Dabei geht es laengst nicht mehr nur um die rechtliche
Aufwertung homosexueller Partnerschaften. Es geht um die grundsaetzliche
Frage, ob es fuer eine offene Gesellschaft einen Grund gibt homosexuelle
Lebensgemeinschaften anders zu bewerten als Verbindungen zwischen Mann
und Frau.
nach oben,
Fenster schließen
|