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Historiker und Journalist |
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| Aktuelle Analysen | |||
Hungerkrise und EU, 16.4.2008 Den Vorwurf des UNO-Sonderberichterstatters
Jean Ziegler, subventionierte europäische Agrarprodukte zerstören
die Lebensgrundlage der Landwirte in der Dritten Welt, weist die Kommission
in Brüssel entschieden zurück: solche Subventionen würden
längst nicht mehr gezahlt. Ziegler kritisiere da ein System der Vergangenheit.
Aber die heute praktizierte direkte Einkommensstützung für Europas
Bauern stärkt natürlich deren Position gegenüber Produzenten
aus den armen Ländern. Trotz aller Kritik will die EU-Kommission
an ihrem Ziel festhalten, dass alten: bis 2020 sollen 10 Prozent Bio-sprit
aus den Zapfsäulen fließen. Derzeit machen Biotreibstoffe erst
1 Prozent des gesamten Treibstoffverbrauchs in der EU aus., zwei Prozent
der europäischen Anbauflächen werden zur Zeit für Biosprit
verwendet. Und man sehe keine große Gefahr, dass der Anteil der
Lebensmittelproduktion zurückgeht. Zusätzlich sollen für
Biotreibstoffe in Zukunft Nachhaltigkeitskriterien eingeführt werden.
Das heißt: in die Klimabilanz will man nur jene Biotreibstoffe einrechnen,
bei denen man sicher weiß, dass keine Regenwälder abgeholzt
wurden und Bauern nicht von ihrem Boden vertrieben wurden. Wie solche
Vorgaben in der Praxis umgesetzt werden können bleibt jedoch offen.
Schon die Erwartung allein, dass die Nachfrage nach Biotreibstoffen in
den nächsten Jahren steigen wird, hat zu beträchtlichen Produktionsverlagerungen
in der Landwirtschaft der Entwicklungsländer geführt. Dass der
Boom für Biotreibstoffe einer von mehreren Gründen der weltweiten
Preissteigerungen ist, wird auch von prominenten EU-Politikern nicht bestritten.
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