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Hurrikan Katrina, ZiB 2, 31.8.2005
Auch mehr als zwei Tage nach
dem Hurrikan hat man den Eindruck, dass Amerika noch immer dabei ist zu
realisieren, wie gross die Verwuestungen sind und dass die Behoerden die
Lage noch immer nicht unter Kongtrolle haben.
Der Praesident ist jetzt, vor eineinhalb Stunden, nach Washington zurueckgekehrt,
in etwa 50 Minuten will er sich an die Nation wenden.
Was besonders aufruettelnd ist, das sind die Bilder von den Menschen,
die mit weissen Leintuechern von den Daechern und aus den Fenstern um
Hilfe rufen. Das erinnert an die andere letzte nationale Katastrophe,
den 11.September.
Wenn es stimmt, was der Buergermeister von New Orleans sagt, dass es vielleicht
tausende Tote geben wird, dann waere das tatsaechlicheine Opferbilanz,
die sich den Dimensionen des 11.September annaehert.
Wie diese Katastrophe zu bewaeltigen sein wird? Was sind die groessten
Probleme?
Wie bei anderen Katastrophen dieses Ausmasses, sind die logistischen Probleme
am groessten. Natuerlich: anders als beim Tsunami in Asien verfuegt die
Supermacht Amerika ueber genuegend Helikopter, Lazarettschiffe, Kraene
und Lastwaegen. Aber die zum Ort des Einsatzes zu bringen, den Einsatz
zu koordinieren, das erfordert Zeit, und die fehlt.
Man muss auch dazu sagen: die Kraefte der Nationalgarde und des Militaers
sind durch den Irakkrieg in hohem Ausmass angespannt. Jetzt zusaetzlich
zum Krieg mit einer solchen Katastrophe fertig zu werden, das ist besonders
schwer.
Besonders kritisch ist die Lage im Superdome. Dort sind viel mehr Menschen,
als urspruenglich geplant, auf Grund der Uebersschwemmungen. Es gibt keinen
Strom, das heisst es wird unertraeglich heiss, die Toiletten funktionieren
nicht. Dazu kommt ein schliemmer Gestand, den die Fernsehbilder nicht
transportieren. Bis jetzt hat man es noch nicht geschafft die erhoffte
Karawane von LkWs mity den Hilfsguetern zu den Beduerftigen zu bringen.
Fuer Kritik an der Organisierung der Hilfe ist es vielleicht im Moment
noch zu frueh. Alles konzentriert sich auf die Hilseinsaetze, aber die
Kritik wird sicher kommen.
Nicht nur was das Katastrophenwarnsystem betrifft, das die Gefahr vielleicht
zu spaet erkannt auch. Es ist auch die allgemeine Frage, ob es klug war
die Kommunnen so finanziell auszuhungern, durch immer weniger Steuereinnahmen,
wodurch dann keine Mittel fuer laengerfristige Projekte vorhanden sind,
die nicht unmittelbare Gewinne bringen. Wie die Modernisierung und Wartung
von Daemmen und Pumpen. Diese Diskussion wird sicherlich kommen.
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