Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Der IWF nach DSK, MiJ, 19.5.2011

Ist der Anspruch der Schwellenländern auf die Führung des IWF plausibel?
Keine Frage, es wird auch grundsätzlich von den Europäern anerkannt, dass es diese Aufteilung IWF europäisch geführt, Weltbank amerikanisch, nicht ewig geben kann.
Die Anteile der Schwellenländer sind erst vor kurzem erhöht worden im IWF.
Aber die Europäer sagen in der konkreten Situation jetzt, mit den stürmischen Bewegungen rund um die Euro, können sie diese Position nicht aufgeben. Schließlich Währungsfonds so stark wie jetzt noch nie in Europa engagiert. Daher werden Europäer alles tun gemeinsamen Kandidaten aufzustellen und auch durchzubringen.
Ob das gelingt wird entscheidend von den USA abhängen, die größter Teileigentümer sind.
Welche Favoriten gibt es?
Durch die internationalen Zeitungen geistern viele verschiedene Namen. Sogar Chef der Deutschen Bank Ackermann ist in D genannt worden, was in Wirklichkeit sehrt schwer vorstellbar ist, einen Investmentbanker nach Washington zu schicken, ist auch nicht Stil der Dt.Kanzlerin, die eine solche Kandidatur promoten müsste.
In Wirklichkeit gibt es eine klare Favoritin, das ist die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Sie ist anerkannt und respektiert, sowohl in Europa als auch in den USA. Sie wäre ein politisches Schwergewicht, genau das was der Währungsfonds jetzt braucht. Und dass sie eine Frau ist, was es noch nie gegeben hat an der Spitze der Internationalen Finanzinstitutionen, das wäre ebenfalls ein großes Plus.
Aber ob Nicolas Sarkozy eine seiner wichtigsten Ministerinnen vor Wahljahr ziehen lässt, dass wissen wir natürlich nicht.
Welche Auswirkungen hat der Ausfall Strauss-Kahns?
Strauss-Kahn hat den Internationalen Währungsfonds weggeführt von den neoliberalen Dogmen der vergangenen Jahrzehnte. Natürlich geht es weiter um ausgeglichene Haushalte und Sparen, wenn Finanzhilfe gegeben werde. Aber nicht einziges Kriterium ,auch Beschäftigung spielt Rolle.
Der Wärhungsfonds ist ja immer beteiligt, bei EU-Hilfsmassnahmen für Schuldnerländer. Das vor 3 jahren, als osteuropa geholfen wurde, worüber damals vor allem österreichische Banken sehr erleichtert waren. Genauso wie jetzt in GR, IRL und PTG.
Aus Asien und LA sogar ein bisschen der Vorwurf, dass IWF mit Europäern weniger hart umspringt, als mit Schuldnerländern in der Dritten Welt.
Jeder neue IWF-Chef wird für Europa ganz wichtige Rolle spielen.
Wie rasch muss jetzt entschieden werden?
Ein Vakuum an der Spitze des IWF will in diesen wirtschaftlich bewegten Zeiten wahrscheinlich niemand riskieren, daher gehe ich davon aus, dass die Entscheidung relativ rasch fallen wird.
Vor allem die Europäer müssen sich beeilen, je länger sie sich Zeit lassen, desto lauter werden Stimmen aus Asien und LA sein, die sagen, dass diesmal sie dran kommen sollen.
Entscheidung fällt im Direktorium des IWF in Washington, aber da laufen sicher jetzt schon die Sondierungen, zwischen Großen in Europa, D, F GB, und mit den USA.
Nächste Woche gibt es ein Gipfeltreffen der G8 Staaten in Frankreich in Deauville, durchaus möglich, dass man dort dann die Weichen stellen wird.

 

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