Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Irakischer PM Maliki bei Bush, ZiB 2, 25.7.2006


Der Libanonkrieg hat die zweite grosse Krise in den Hintergrund gedraengt, aber der Irakkrieg ist nicht weniger blutig geworden. Im Gegenteil: die Zahl der Anschlaege hat derart zugenommen in den letzten Wochen, dass die USA daran denken zusaetzliche Truppen in die Hauptstadt Bagdad zu verlegen. Iraks Regierungschef Maliki war heute zu Gast im Weissen Haus.

BEITRAG LOEW ZIB 2, 25.7.2006 Nahezu 100 Tote taeglich hat es zuletzt im Irak gegeben. Die Opfer von Anschlaegen und blutigen Fehden zwischen den religioesen Gruppen. Von der erhofften Beruhigung keine Spur. Bitterer Realismus dominiert auch den Besuch des irakischen Regierungschefs in Washington. NUR EL MALIKI, IRAKISCHER PREMIERMINISTER Wir sind unveraendert entschlossen den Terrorismus zu besiegen, versichert der irakische Premier, aber wie weit seine Macht ueber die geschuetzte Gruene Zone der Amerikaner hinausgeht ist fraglich. Die letzte gross angekuendigte Sicherheitsoffensive der irakischen Regierung in Bagdad ist dramatisch gescheitert und George Bush, der Truppen gerne heimholen wuerde, muss zugeben. GEORGE BUSH es wird mehr amerikanische Soldaten geben muessen in Bagdad.Der Libanonkrieg hat gleichzeitig zu tiefen Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und ihren irakischen Verbuendeten gefuehrt. Die israelische Offensive schuert die Emotionen der arabischen Welt. Und in der schiitischen Mehrheit des Irak, auf die sich die proamerikanische Regierung Maliki stuetzt, gibt es viele, die offen mit Hesbollah sympathisieren. Der Irak hat die gleichen Schwierigkeiten wie der Libanon, erklaert Bush dem Gast seine Weltsicht, beides sind aufstrebende Demokratien. Einige Terroristen wollen das blockieren. Aber warum erlauben Sie, dass Israel Zivilisten toetet, mit frisch gelieferten amerikanischen Bomben, will eine irakische Journalistin wissen. Ich sehe keinen Widerspruch, repliziert der Praesident, schliesslich hat Hisbollah den Konflikt begonnen. Der Irakkrieg war urspruenglich als Anstoss aus Amerika fuer die Demokratisierung des Nahen Ostens gedacht. Doch die blutige irakische Aufstandsbewegung hat den USA die Grenzen ihrer Macht gezeigt. George Bush ueberlaesst die Zerschlagung der antiwestlichen Hisbollah daher gerne Israel. Trotz des Risikos, dass die amerikanische Position im Irak dadurch noch schwieriger wird.

 

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