Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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  Aktuelle Analysen
   

Irakkrise belastet Bush, MoJ, 6.4.2004



Unerschuetterlich will die Regierung Bush am der geplanten Machtuebergabe
an eine irakische Regierung festhalten, ungeachtet der schweren Krise der
letzten Tage. Das hat der Praesident hoechstpersoenlich gestern noch einmal
festgehalten. Je naeher der Termin rueckt, desto mehr werden wir gefordert
sein und es wird mehr Angriffe geben, sagt Bush.
Die amerikanische Fuehrung ist sich
der Tatsache bewusst, dass die Unruhen eine bisher seltene Herausforderung
markieren. Die
Schiiten galten mit den Kurden als die wichtigsten potentiellen
Verbuendeten der Amerikaner im Land. Wenn zur Aufstandsbewegung radikaler
Sunniten rund um Falludja auch eine offene Revolte eines Teils
der schiitischen Bevoelkerung dazukommt, dann waere das sine dramatische
Veraenderung der politischen Rahmenbedingungen.
Um das zu verhindern, glaubt man hart durchgreifen zu muessen. Daher die
US-Panzer in den schiitischen Vierteln von Bagdad, daher auch der
Haftbefehl gegen den antiamerikansichen Prediger Mukada Al Sadr. CNN
berichtet, General John Abizaid, der amerikanische Oberkommandierende im
Irak, ueberlege sogar , ob er militaerische Verstaerkung braucht. Mehr
amerikanische Soldaten fuer den Irak, das waere eine bittere Pille fuer die
kriegsmuede
amerikanische Oeffentlichkeit. Und ein politischer Schlag fuer George Bush,
der in Hinblick auf die Wahlen im November das Bild eines schrittweisen
Abzuges praesentieren moechte. Aber besser jetzt die Konfrontation
durchstehen, scheint man sich zu sagen, als eine weitere Vertiefung der
Krise zu riskieren.
Die Aussenpolitikexperten im Senat melden offen Zweifel
an, ob es wirklich moeglich sein wird, die ominoese Frist des
30.Juni zu halten.
Wie soll das werden, fragt der Demokrat Joe Biden, wenn wir nur mehr
einen Botschafter dort haben und eine Regierung an der Macht ist, von der
man bis heute nicht weiss, wie sie aussieht und die ueber keine Armee und
keine Polizei verfuegt.
Und sein republikanischer Kollege Senator Richard Lugar warnt, es sind
nur mehr 90 Tage bis zur geplanten Machtuebergabe, ein ziemlich spaeter
Zeitpunkt, zu dem ich mir gedacht haette dass man eigentlich schon einen
Plan haben sollte.
Eine neue Umfrage des Pew Ressearch Centers besagt, dass die
Unzufriedenheit der Amerikaner mit
der Irakpolitik des Praesidenten waechst. Nur mehr 37 Prozent halten
seine konkrete Linie fuer richtig, obwohl eine Mehrheit den Krieg
grundsaetzlich befuerwortet. Das Pech fuer die
Demokraten: die meisten Amerikaner bezweifeln laut aehnlicher Befragungen
aber genauso, dass ihr Kandidat John Kerry die Probleme der Irak besser
meistern koennte.



 

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