Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Irakverdrossenheit waechst, ZiB 1, 17.6.2005



Nach dem Freitagsgebet heute in Bagdad: die Autobombe eines Selbstmordattentaeter hinterlaesst diesmal nur Schwerverletzte.
Aber der Blutzoll wird nicht und nicht kleiner im Irak. 1700 amerikanische Soldaten sind inzwischen gefallen, und das laesst in Washington erstmals auch unter Republikanern den Ruf nach einem Truppenabzug laut werden.
WALTER JONES, REPUBLIKANISCHER ABGEORDNETER
Nach 1700 Toten, 12000 Verletzten und 200 Milliarden Dollar ist diese Diskussion ueberfaellig, verlangt ein Abgeordneter, der einmal zu den staerksten Befuerwortern des Krieges zaehlte.
Dass im Kapitol der Ruf nach einer Exitstrategie immer lauter wird beunruhigt das Pentagon. Ein Abzugstermin waere genau, was die Aufstaendischen sich wuenschen.
JAMES CONWAY, US/Generalstab
Wir haben die Beispiele von Vietnam, Beirut und Somalia,
nichts wuerde unsere Feinde gluecklicher machen.
Dem Praesidenten bescheren die schlechten Nachrichten fallende Umfragewerte. Nur mehr 37 Prozent unterstuetzen inzwischen seine Strategie.
Im Grenzgebiet zu Syrien begann vergangene Nacht eine Offensive gegen Basen von Terrorchef AL Zarkawi.
Das Militaer meldet Erfolge, aber das hat die Oeffentlichkeit schon oft gehoert.
Je laenger der Irakkrieg dauert, desto unpopulaerer wird er in der amerikanischen Bevoelkerung. Damit kann der Praesident selbst leben, schliesslich hat er keine Wahl mehr zu schlagen. Seine Parteifreunde werden jedoch zunehmend nervoeser, scheint ein Ende der Kaempfe doch in weiter Ferne.

 

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