| |
|
Irans Praesident verdaechtigt,
MoJ, 30.6.2005
Ganz offensichtlich nehmen
die USA die Beschuldigung sehr ernst, der neue iranische Praesident sei
ein Anfuehrer jener revolutionaeren Studenten, die 1979 die amerikanische
Botschaft in Teheran besetzt haben. Nicht anders kann man die Ankuendigung
interpretieren, dass man dem Vorwurf sehr genau nachgehen will.
Nationaler Sicherheitsberater Stephen Hadley bestaetigt: wir ueberpruefen
das, dazu muessen wir in unsere alten Unterlangen gehen, das passiert
jetzt.
Fuenf ehemalige Geiseln sind ganz sicher: Er ist von einer Gruppe zur
anderen gegangen und er hat unsere Bewacher ueberprueft, das berichtet
Ex-Geisel William Daugherty: Wenn Wuerdentraeger des Regimes gekommen
sind, denen wir vorgefuehrt wurden, dann hat er die Fuehrung ueber nommen.
Als ich sein Gesicht gesehen habe, da haben bei mir alle Glocken gelaeutet,
ergaenzt Ex-Geisel Don Sharer. Man muss ihn sich nur 20 Jahre juenger
vorstellen, er war einfach dabei.
Aber das war vor mehr als 25 Jahren und mindestenes eine ehemalige Geisel
glaubt an eine Verwechslung. Auch die iranische Fuehrung bestreitet den
Vorwurf. Der mit grosser Mehrheit neugewaehlte iranische Praesident wa
damals zwar Revolutionsgardist, hatte nach Aussagen seiner Mitarbeiter
aber nichts mit der Botschaftsbesetzung zu tun. Die eineinhalb Jahre,
in denen amerikanische Geiseln in Teheran festgehalten worden waren, gehoeren
zu den erniedrigendsten Phasen der juengeren amerikanischen Geschichte.Sollten
die Beschuldigungen der Geselen gegen den zukuenftigen ersten Mann des
Iran bestaetigt werden, dann weurde das schlagartig die gesamte westliche
Iranpolitik auf den Kopf stellen. Die amerikanische Unterstuetzung fuer
die Vermittlungsbemuehungen der Europaer, durch die der Bau von iranischen
Atombomben unterbunden werden soll, waere dann wohl nicht mehr lange durchzuhalten.
Denn dann haette der Iran demnaechst einen Praesidenten, der in Washington
als Ex-Terrorist gilt.
nach oben,
Fenster schließen
|