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Irland Referendum: Schicksalstag
für EU-Reformvertrag, ZiB 1, 12.6.2008
Daniele Spera: Raimund Löw
in Dublin, wie ist es dann möglich,
dass die Gegner des Reformvertrags doch so stark sind?
Löw Raimund (ORF)
Die Gegner sind im Vorfeld tatsächlich überraschend stark
gewesen, daher diese extreme Nervosität sowohl hier in Dublin als
auch in Brüssel und in allen europäischen Hauptstädten.
In dieser
Kampagne zu diesem Referendum haben sich diesmal nicht nur die
traditionellen EU-Gegner am rechten und am linken Rand engagiert,
es hat sich auch ein charismatischer Multimillionär eingeschaltet,
ein Mann namens Declan Ganley, der mit viel Geld und viel
Engagement versucht hat, die Unzufriedenen hinter seiner Kritik an
der Europäischen Union zu sammeln. Das ist der große Unterschied
zu früher.
Spera Danielle (ORF)
Alle großen Parteien sind für den Vertrag. Wieso ist es ihnen
nicht gelungen, die Bevölkerung mehr darauf einzustimmen?
Löw Raimund (ORF)
Es gibt in ganz Europa eine Anti-Establishment-Stimmung - eine
wachsende Anti-Establishment-Stimmung - und aufgrund der
Situation, dass es in Irland das Referendum gibt, wendet sich die
hier gegen den Reformvertrag. Und die Regierung hat vielleicht zu
lange darauf vertraut, dass sowieso alle großen Parteien dafür
sind, dass der Vertrag angenommen wird. Der Reformvertrag
beinhaltet vielleicht einige kleine und einige große
Verbesserungen für Europa, aber dahinter steht ja keine große,
zündende Idee und das macht es auch den Europa-Befürwortern
in
Irland nicht leicht, ihre Anhänger wirklich zu den Urnen zu
bringen, zu mobilisieren. Aber die Regierung ist optimistisch,
dass es in den letzten Tagen doch gelungen ist, massiv aufzuholen.
Und Prognosen wagt heute niemand.
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