Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Irlandhilfe, ZiB 13, 22.11.2010

Irland wird seine maroden Banken viel radikaler sanieren müssen, als das bisher geplant war. Sie haben sich ja als großes schwarzes Loch herausgestellt, in dem die Milliarden nur so verschwinden.
Diese Sanierung wird nach den Vorgaben der Europäischen Union ablaufen müssen, nicht nur Eurostaaten, auch GB, Schweden, die sich ebenfalls an der Hilfe beteiligen und der IWF.
Das ist ein schmerzlicher Souveränitätsverlust für jedes Land, für Irland ganz besonders, das ja seine Unabhängigkeit historisch erst durch harte Kämpfe erstritten hat.
Der schwierigste Punkt werden die außergewöhnlich niedrigen Steuern sein. Irland sagt, der gesamte wirtschaftliche Aufstieg des Landes hat damit zu tun, dass ausländische Firmen durch die niedrigen Steuern dazu gebracht wurden, sich in Irland anzusiedeln.
D, F, auch Österreich sehen das dagegen als unfaire Konkurrenz an. Das wird sicher die schwierigste Diskussion sein.
Nächste Kandidaten Portugal, Spanien?Es gibt in der Finanzwelt Stimmen, die sagen, Portugal ist finanziell in einer so schwachen Position, dass es für den Euro insgesamt sinnvoller wäre die Portugiesen begeben sich gemeinsam mit Irland unter den Schutzschirm.
Aber gestern Nacht haben die Finanzminister nicht darüber gesprochen.
Die Europäische Kommission sagt, ihre Erwartung ist, dass Ansteckungsgefahr gebannt ist durch Irlandhilfe, sowohl für Portugal als auch für Spanien.

Auffallend ist, wie unterschiedlich diese Situationen sind. In Griechenland hat man noch geglaubt, dass die Manipulation der Budgetzahlen das Hauptproblem waren. Davon ist bei den neuen Problemfällen überhaupt nicht die Rede.
Es ist diese Vielfalt der Krisen, die ja dazu geführt haben dass man sagt, der Euroschutzschirm muss zu einer ständigen Einrichtung gemacht werden, was ja zur Zeit noch nicht der Fall ist..

 

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