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Israel bombardiert UNO-Posten, MoJ, 26.7.2006Auch bei den Vereinten Nationen in New York bestaetigt man inoffiziell, dass sich hoechstwahrscheinlich auch ein Oesterreicher unter den toten UNO-Blauhelmen im Suedlibanon befindet. Aber solange die Leichen nicht geborgen sind, will man keine endgueltigen Aussagen treffen. Insgesamt werden vier Tote nach dem israelischen Angriff auf den UNO-Beobachtungsposten unweit des Ortes Kiyam vermutet. Der UNO-Generalsekretaer zeigte sich schockiert. Den UNO-Stuetzpunkt gibt es seit vielen Jahren, er war klar gekennzeichnet und der Angriff sei offensichtlich gezielt erfolgt, heisst es in einer Erklaerung Kofi Annans. Israel spricht sein tiefes Bedauern aus und bestreitet jede Absicht. Dass der UNO-Generalsekretaer von einem bewussten Angriff spricht, wird vom israelischen UNO-Botschafter als voreilige und falsche Beschuldigung zurueckgewiesen. Israel habe keine UNO-Beobachter im Visier. Die UNO-Beobachtungstruppen UNIFIL im Suedlibanon ist in den letzten Wochen schon mehrmals unter Feuer geraten. Die etwa 2000 Blauhelme sind die Ueberreste einer urspruenglich mehr als 5000 Mann starken Einheit, die seit 1978 helfen soll die unruhige Grenze zwischen dem Libanon und Israel zu schuetzen. In dieser langen Zeit gab es Grenzuebertretungen, Kriege und Terroranschlaege. Mehr als 250 UNIFIL-Mitarbeiter verloren ihr Leben, eine ungewoehnlich hohe Zahl fuer einen UNO-Friedenseinsatz. Tatsaechlich bewirken konnte diese Mission jedoch wenig. Das Verhaeltnis zu Israel war oft gespannt. 1996 bombardierte israelische Artillerie das Uno-Fluechtlingscamp Kana unweit der Stadt Tyrus, 100 Zivilisten wurden getoetet. Auch hier sprach eine UNO-Untersuchung von einem gezielten Angriff, was Israel empoert zurueckwies. Jahre spaeter beschuldigte Israel die UNO-Blauhelme Informationen ueber die Entfuehrung israelischer Soldaten durch Hisbollah zurueckgehalten zu haben. Erst in den letzten Tagen begann man in Jerusalem einer verstaerkten internationalen Praesenz im Suedlibanon auch positive Seiten abzugewinnen. Der toedliche Treffer von gestern wird den Druck in Richtung Waffenstillstand bei den Vereinten Nationen zweifelsohne verstaerken.
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