Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Jaafari bei Bush, MoJ, 25.6.2005

Ein irakischer Regierungschef zu Besuch in Washington, proamerikanisch und gleichzeitig demokratisch gewaehlt, das waere normalerweise ein Anlass zum Feiern gewesen. Doch fuer die amerikanischen Streitkraefte im Irak war gestern ein ganz besonders schwarzer Tag. Ausgerechnet in Falludscha, der Stadt, deren Einnahme vor Monaten als grosser Wendepunkt im Kampf gegen die Aufstandsbewegung bezeichnet wurde, hat ein Selbstmordattentaeter mehrere sechs amerikanische Soldaten getoetet. Fast taeglich wachsen die Zweifel an der Irakstrategie des Praesidenten.
Nach den Gespraechen mit Premierminister Al Jaafari wies George Bush einmal mehr die im Kongress erhobene Forderung nach einem fixen Zeitplan fuer den Truppenrueckzug zurueck.
Mit einem Zeitplan spiele man dem Feind in die Arme, so Bush, keine Sorge, wandte er sich an den neben ihm stehenden Premierminister, machen sie sich nur keine Sorge ueber Zeitplaene.
Einen dauerhaften Erfolg erwartet Bush vom politischen Prozess, der noch dieses Jahr zur Ausarbeitung einer Verfassung und Neuwahlen im Irak fuehren soll.
Von ihrem grundsaetzlichen Optimismus, dass es gelingen werde, die Aufstandsbewegung zu besiegen und ein demokratisches Regime aufzubauen, wollte George Bush ebenso wenig abgehen, wie Al Jaafari. Aber beide Politiker gaben zu, dass die taeglichen Berichte von blutigen Anschlaegen nicht ohne Auswirkung bleiben.
Sie haben uns mehr gegeben als Geld, bedankte sich Al Jaafari beim amerikanischen Volk,
sie haben uns ihre Soehne und Toechter gegeben, die gemeinsam mit unseren Kindern umkommen. Das ist in dieser furchtbaren Zeit die wertvollste Hilfe auf dem Weg der Befreiung aus der Tyrannei Saddam Husseins.
Umfragen, wonach immer mehr Amerikaner das Vertrauen in die Irakstrategie der Regierung verlieren, schiebt der Praesident zur Seite. Aber er weiss, wie eng sein politisches Schicksal mit dem Irakkrieg verbunden ist. Naechste Woche will George Bush in einer gross angelegten Grundsatzerklaerung seine Irakpolitik neuerlich dem amerikanischen Volk naehernaeherzubringen.





 

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