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Jahrestag Oklahoma-Anschlag,
AJ, 19.4.2005
Mit 168 Opfern, darunter vielen
Kindern, war das Blutbad , das die Autobombe eines rechtsextremen Terroristen
in Oklahoma City ausgeloest hat, der schlimmste Terroranschlag in den
USA vor dem 11.September gewesen. An der Gedenkstaette, dort wo einst
das Amtsgebaeude der Stadt gestanden ist, sind heute Tausende zusammengekommen.
Bill Clinton, der damals als Praesident dem Land half, den Schock des
Anschlages zu ueberwinden, fand auch heute die Worte des Trostes. Die
Narben sind auch noch nach 10 Jahren zu spuehren, sagte der Ex-Praesident,
aber dank Gottes Gnade mindert die Zeit nicht nur Jugend und Schoenheit,
sondern auch die Last jeder Tragoedie.
Als vor zehn Jahren die ersten Meldungen ueber den furchtbaren Anschlag
da waren, da hatten anfangs viele einen nahoestlichen Hintergrund vermutet.
Nur langsam realisierte man, dass die Taeter aus dem Milieu der rechtsradikalen
und vielfach bewaffneten amerikanischen Milizen kamen. Die Zahl dieser
Organisationen ist in den letzten Jahren von frueher 900 auf 150 gefallen.
Aber die heimische Terrorszene ist noch immer eine Gefahr, sagt das FBI.
Timothy McVeigh, der Attentaeter von Oklahoma City, der vor vier Jahren
hingerichtet wurde, wird in diesen Kreisen als Maertyrer und Held verehrt.
Erst letzte Woche hat ein aus dem rechtsradikalen Milieu kommender Mann
namens Eric Rudolph die Anschlaege auf Abtreibungskliniken und das Attentat
auf die Olympischen Spiele von Atlanta von 1996, bei dem es zwei Tote
gegeben hat, zugegeben. In den letzten zehn Jahren sind in den USA insgesamt
15 Polizeibeamte bei Auseinandersetzungen mit rechten Extremisten umgekommen.
In einer Zeit, in der die Bedrohung durch islamischen Terrorismus im Vordergrund
steht, vergisst man leicht, wie gefaehrlich nach wie vor der unterhalb
der Oberflaeche brodelnden heimische Rechtsextremismus ist, schreibt die
Washington Post.
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