Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Karadzic-Festnahme, MoJ, 22.7.2008

Die Festnahme der letzten gesuchten Kriegsverbrecher des ehemaligen Jugoslawiens gehört zu den großen Zielen der Balkanpolitik der EU. Dementsprechend zufrieden äußert man sich über die Verhaftung Radovan Karadcizs. Als Ratspräsident wertet Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die Festnahme des bosnischen Serbenführers als Beweis, dass die neue proeuropäische Regierung in Belgrad ihren Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Region leistet. Eine wichtige Etappe auf dem Weg der Annäherung Serbiens an die Europäische Union sei erreicht.
Ähnlich äußert sich Kommissionspräsident Barroso. Auch die NATO, die in Bosnien mehrmals vergeblich Razzien durchgeführt hatte, um vor allem Mladic zu fassen, gratuliert den Belgrader Behörden zu ihrem Coup.
Die EU hatte erst im Frühjahr ein Assoziationsabkommen mit Belgrad beschlossen, das aber erst in Kraft treten kann, wenn die volle Zusammenarbeit Serbiens mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gesichert ist. In Den Haag rechnet man in wenigen Tagen mit der Überstellung Karadziczs, auch die Festnahme von Ratko Mladic, so hofft man in der EU, könnte jetzt nur mehr eine Frage der Zeit sein.
Beharrlichkeit, Flexibilität und ein gemeinsames Vorgehen der Europäern haben sich ausgezahlt.

 

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