Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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  Aktuelle Analysen
   

Katrina Untersuchungsbericht, ZiB 2, 13.2.2006


Gleich mehrere Untersuchungen versuchen in Washington herauszufinden, warum der amerikanischen Katastrophenschutz im Fall des Hurrikans Katrina so schmaehlich versagt hat. Diese Woche ist der erste Bericht des Repraesentantenhauses bekannt geworden. Und er bestaetigt den EIndruck von Chaos und Inkompetenz bei den Rettungsmassnahmen. Michael Brown, der inzwischen abgesetzte Chef der Katastrophenhilfsbehoerde, wehrt sich dagegen zum Suendebock zu werden. Er sagt, das Weisse Haus sei von ihm stets informiert worden.
Die republikanische Regierungspartei kontrolliert in Washington beide Haeuser des Kongrosses.
Umso schwerer wiegt das vernichtende Urteil zum Krisenmanagement in New Orleans: Fehleinschaetzungen, katastrophale Vorbereitung und organisatorische Laehmung auf allen Ebenen lautet die bittere Diagnose.
Die Kongressabgeordneten sprechen von einem "nationalen Versagen" angesichts der groessten Naturkatastrophe, die Amerika je getroffen.
Warum ist der Evakuierungsbefehl eigentlich erst 24 Stunden vor dem Sturm gekommen.
Und warum hat sich niemand ueberlegt, wie jene Buerger die Stadt verlassen sollen, die kein Auto haben.
Dafuer war der Buergermeister zustaendig.
Der Superdome wurde zum Schutzraum fuer die Stadt erklaert, obwohl bekannt war, wie ueberschwemmungsgefaehrdet die Gegend um das Stadion ist.
Kein gutes Haar lassen die Abgeordneten auch am Weissen Haus. Alles war absehbar. Aber den Hurrikanalarm der Meteorologen habe man nicht ernst genommen.
Heimatschutzminister Michael Chertoff hat seine Pflichten zu spaet, ineffektiv oder gar nicht wahrgenommen, ergab die Recherche.
Es waere leichter gewesen die ungeheuren buerokratischen Hindernisse bei der Hilfeleistung zu ueberwinden, wenn der Praesident selbst rascher reagiert haette. Aber der war schlecht beraten.
Ganz so wie schon bei den Anschlaegen des 11.September haette schlechte Koommunikation zwischen den Behoerden die Probleme verschaerft.
Der inzwischen in Ungnade gefallene Ex Katastrophenschutzchef Michael Brown hat schon letzte Woche gemeint.
Haetten wir gemeldet Terroristen haben die Daemme gesprengt, dann waere man in Washington wahrscheinlich interessierter gewesen.
Er, Brown, habe das Weisse Haus stets voll informiert .
Der Katrinabericht des Repraesentantenhauses, ist der erste in einer ganzen Reihe von Untersuchungen, die sich mit dem verheerenden Versagen der Behoerden auseinandersetzen. Die Regierung Bush ist nicht alleiniges Ziel der Kritik. Aber der Praesident hat es nach dem 11.September zum Kern seiner Regierungspolitik gemacht, das Land besser auf Katastrophen vorzubereiten. Ob das gelungen ist, wird jetzt selbst von vielen Republikanern bezweifelt.

 

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