Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Keine Beweise gegen Iran, MoJ, 24.8.2005

Nach einem Bericht der Washington Post ist ein wichtiger Vorwurf der USA gegenueber dem iranischen Atomprogramm so nicht mehr so nicht mehr zu halten: nach Erkenntnissen einer internationalen Expertyenkommission stammen Spurenelemente von waffenfaehigem Uran, die vor zwei Jahren in iranischen Atomanlagen gefunden wurden, naemlich nicht aus dem Iran, sondern aus Pakistan, wo man die Geraete gekauft hat. Erst vor einem Jahr hatte der nunmehrige amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen John Bolton genau diese Spuren als Beweis fuer ein verstecktes Atomwaffenprogramm des Iran angefuehrt.
Die entsprechenden Daten sind von der Atomenergiebehoerde IAEA in Wien gesammelt worden. Um einen Streit mit den USA wie vor dem Irakkrieg zu vermeiden, uebergab man die Unterlagen einer Gruppe hochrangiger Nuklearwissenschaftler aus den USA, Frankreich, Japan, Grossbritannien und Russland. Nach neunmonatigen Untersuchungen ist das Urteil der Experten laut Washington Post eindeutig: das in iranischen Anlagen gefundene angereicherte Uran war mit Nuklearmaterial in pakistanischen Zentrifugen identisch. Es handelt sich also um einen Fall von Kontamination, die auf die Labors des pakistanischen Atombombenbauers Abdul Kader Khan zurueckgehen, und nicht auf verbotene Aktivitaeten des Iran. Der Pakistanische Praesident Musharaff, ein enger Verbuendeter der USA, erlaut seinerseits keine internationalen Inspektoren in die Atomwerkstaetten des Landes.
Die rauchende Pistole, durch die angeblich hieb und stichfest bewiesen wurde, dass die Mullahs Atombomben bauen, hat sich in nichts aufgeloest, zitiert die Washington Post einen hohen amerikanischen Regierungsvertreter.
Die Regierung in Teheran fuehlt sich durch diese Erkenntnisse bestaetigt: jetzt bestehe kein Grund mehr den iranischen Beteuerungen ueber die friedliche Zielsetzung des iranischen Atomprogramms keinen Glauben zu schenken, sagte ein Sprecher. Die Verhandlungen mit den Europaern bleiben trotzdem vorlaeufig aufs Eis gelegt.

 

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