Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Keine Massenvernichtungswaffen im Irak, ZiB 2-Gespraech (redigiert), 30.1.2004


Steht den USA jetzt eine Untersuchung so aehnlich wie in Grossbritannien bevor?
Gewisse parallele gibt es, da stimmt. Schliesslich handelt es sich um die gleiche Grundfrage: wie stichhaltig waren die Motive, die die Regierungen in London und Washington fuer ihren Feldzug gegen Saddam Hussein angefuehrt haben?
David Kay, der zurueckgetretene Waffeninspektor, der die Diskussion diese Woche mit seiner Aussage angeheizt hat, dass es solche Waffen vor einem Jahr ziemlich sicher nicht gegeben hat, belastet die Geheimdienste und nicht das Weissee Haus. Kay bestreitet, dass es politischen Druck gegeben hat. Was jetzt untersucht werden soll, das ist das Versagen der Geheimdienste. Das Wiesse Haus ist noch dagegen. Aber einige republikanische Senatoren damit schon leben koennten.
Die Demokraten fuerchten dagegen, dasss CIA-Direktor George Tenet zum Suendenbock gemacht wird, wenn man ihm die ganze Schild gibt.
Wie glaubwuerdig ist es, die Geheimdienste zu belasten?
Das ist eine Frage des politischen Standpunktes. Die Republikaner weisen darauf hin, dass sich auch die UNO oder die Kriegsgegner Frankreich und Deutschland nie darauf festgelegt haben, dass es keine verbotenen Waffen gegeben hat im Irak. David Kay sagt, wir haben uns einfach alle geirrt.
Die Demokraten lassen das nicht6 durchgehen. Sie weisen auf detaillierte Untersuchungen hin, die zeigen, wie bei Geheimdiensterkenntnissen neue Akzente gesetzt wurden, aus politischen Gruenden. Und liberale Politiker wie Senator Ted Kennedy, werfen dem Praesidenten explizit vor, dass er das Land unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in den Krieg gefuerht hat. Kennedy sagt, wenn man die volle Wahrheit gewusst haette, dann haette der Senat nicht fuer den Krieg gestimmt.
Da steht man natuerlich voll im Wahlkampf.


 

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