Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Kerry siegt im Sueden, ZiB 1, 11.2.2004


Bei den amerikanischen Vorwahlen hat Senator John Kerry einen wichtigenSieg errungen: in den beiden suedlichen Bundesstaaten Virginia undTennessee lag er deutlich vor seinen Konkurrenten John Edwards und WesleyClark. Der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber hat nach dieser neuerlichenNiederlage seinen Rueckzug bekanntgegeben. Es ist der erste Sieg des liberalen Senators aus Massachussets imbevoelkerungsreichen konservativen Sueden des Landes. John Kerry hat sichdamit in allen Landesteilen als der bisher glaubwuerdigste Herausforderergegen George Bush erwiesen.Die Amerikaner wollen einen Kurswechsel, das hat sich im Osten und Westen, um Norden und jetzt auch im Sueden gezeigt, ruft der Sieger. Den groessten Applaus erhalten stets die Vietnamkriegsveteranen an derSeite des Kandidaten: Kerry hat in Vietnam heldenhaft gekaempft , nachseiner Rueckkehr aber aktiv gegen den Vietnamkrieg demonstriert. Das istder grosse Atout in seiner Biografie, mit dem er den Praesidenten in dieEnge treiben will.Wir moegen aelter geworden sein und grauer, aber wir wissen immer noch wie man kaempft, so John KerryGeorge Bush der hat in den Siebzigerjahren die die harmlose Nationalgarde demgefaehrlichen Militaerdienst vorgezogen. Dass er dort tatsaechlichregelmaessigen Dienst getan hat, das versucht das Weisse Haus durch alteSoldlisten zu belegen. Dass ein Kriegsheld wie John Kerry gute Chancen hat im kommenden November der demokratische Herausforderer des Praesidenten zu sein, das bringt das Weisse Haus in die Defensive. George Bush bezeichnet sich selbst gerne Kriegspraesident, kann sich aber jetzt seines Amtsvorteils nicht mehr sichersein.Ein anderer Kandidat mit militaerischem Hintergrund tritt ab. Wesely Clark gesteht sein Scheitern ein und zieht sich zurueck.

 

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