| |
|
Klimagipfel in Kopenhagen,
ZiB 1, 17.12.2009
Spera Danielle (ORF)
Noch heute früh war die Situation völlig verfahren, jetzt wird
wieder verhandelt. Raimund Löw in Kopenhagen, wie groß sind
die
Chancen, dass die Staats-und Regierungschefs doch noch in letzter
Minuten ein Weltklimaabkommen zustande bringen?
Löw Raimund (ORF)
Es sind turbulente Stunden in Kopenhagen, aber die Chancen auf
dieses erhoffte Weltklimaabkommen sind intakt, es wird
schwierig. Denn die Klimapolitik ist inzwischen so etwas wie zum
Angelpunkt einer neuen Weltordnung geworden, der Weltordnung der
Zukunft - da spielt Wirtschaftspolitik hinein, da spielt
Finanzpolitik hinein, da spielt Sicherheitspolitik hinein. Zurzeit
ist die entscheidende Frage: Wenn es zu so einem Abkommen kommt,
wer wird kontrollieren, dass es auch eingehalten wird? Wird das
eine neue internationale Organisation eine Art Klima-UNO oder wird
das jeder unterzeichnende Staat selbst tun? Vor allem China sagt,
es darf nicht sein, dass internationale Klimaregeln den
wirtschaftlichen Aufholprozess der Schwellenländer bremsen und
dass die von außen durchgesetzt werden. Für diese Nacht noch
genügend Verhandlungsthemen für die Experten.
Spera Danielle (ORF)
Die Europäische Union hat ihre Klimaziele ja schon vor einiger
Zeit formuliert. Wird Europa in den nächsten 24 Stunden da noch
etwas dazulegen müssen?
Löw Raimund (ORF)
Die Europäer waren bisher immer die Vorhut in der internationalen
Klimapolitik, heute sind sie ein bisschen von Hillary Clinton
überrascht worden, die die Verhandlungen wieder in Gang gebracht
hat. Es wird diese Nacht eine Sitzung der Vertreter der großen
Blöcke hier geben. Da ist es durchaus möglich, dass gefordert
wird, es muss etwas Neues auf den Tisch kommen. Die Europäer haben
die Flexibilität dazu, das ist Teil des Verhandlungsmandats der
Europäischen Union.
nach oben,
Fenster schließen
|