Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Kofi Annan unter Beschuss, ZiB 2, 1.12.2004

Schon seit Monaten untersucht der amerikanische Kongress Korruptionsvorwuerfe im Umkreis der Vereinten Nationen im Zusammenhang mit dem Verkauf irakischen Oels in der Zeit Saddam Husseins. Und erstmals ist jetzt auch UNO Generalsekretaer Kofi Annan
unter Beschuss gekommen. Ein einflussreicher konservativer Senator verlangt gar den Ruecktritt Kofi Annans.
Als Generalsekretaer ist Kofi Annan das prominenteste Gesicht der Vereinten Nationen.
Aber seit dem Irakkrieg und Annans Kritik daran sind die Beziehungen gestoert zwischen der UNO und den USA.
Und jetzt kommen zusaetzlich amerikanische Korruptionsvorwuerfe.
Irakisches Erdoel haette einst helfen sollen Lebensmittel fuer die Bevoelkerung zu besorgen. Doch Milliarden wurden verbotenerweise fuer
Waffenkaeufe Saddam Husseins ausgegeben,
mit Duldung der UNO, so lautet der Vorwurf.
Saddam Hussein hat dieses Programm gefahren und die UNO hat ein voellig korruptes System angesegnet, sagt der amerikanische Kongressabgeordnete Christopher Shays.
Dass Gelder einer mit der Kontrolle der Oelverkaeufe befassten Firma ausgerechnet an den Sohn Kofi Annans gegangen sind, hat zu Ruecktrittsaufforderungen in der amerikanischen Oeffentlichkeit gefuehrt, so Christopher Shays.
Niemand kann mir erzaehlen, dass er nicht wusste, was sein Sohn getan hat, dazu ist er viel zu maechtig.
Sichtlich wenig erbaut uebe die schl nachr betontKofi Annan, er selbst sei nie informiert gewesen ueber den UNO-nahen Job des Sohnes.
Klar, er sei enttaeuscht und ueberrascht . Schon der leiseste Anschein der Protektion ist fuer ihn ein Problem.
Fuer die Suenden des Sohnes, wenn es die ueberhaupt gibt, kann doch nicht der Vater verantwortlich gemacht werden, so lautet fuer Pressesprecher Fred Eckhardt die Verteidigungslinie.
Die Betrugsvorwuerfe sind sehr ernst zu nehmen, rueckt jetzt selbst der amerikanische Botschafter John Danforth von Kofi Annan ab.
Die Optik ist schlecht, wenn der Sohn des Generalsekretaers im Einflussbereich der UNO sein Geld verdient. Aber weder Kofi Annan noch seinem Sohn sind bisher konkrete Vergehen vorgeworfen worden. Dass der Ruf nach dem Ruecktritt des UNO Generalsekretaers im amerikanischen Kongress trotzdem immer lauter wird zeigt, wie gespannt die Verhaeltnisse zwischen der UNO und der Supermacht Amerika inzwischen geworden sind.


 

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