Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Kommission will Passagierdaten erfassen, AJ, 2.2.2011

Die Europäische Kommission schlägt ein europaweites System vor, mit dem Passagierdaten nach amerikanischem Vorbild gesammelt werden sollen. Allerdings nur für Flüge außerhalb der Europäischen Union. Auf diese Weise will man die Sicherheit für Flugpassagiere erhöhen und terroristische Angriffe erschweren.
EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström spricht von einem steigenden Bedarf für ein EU-weites System der behördlichen Sammlung von Passagierdaten. Denn nicht nur zur Abschreckung von Terroristen, auch im Kampf gegen Drogenschmuggel und andere ernste Verbrechen seien diese Informationen wichtig.
Die Europäer sollten sich daher zu einem Fluggastdatensystem nach amerikanischem Beispiel durchringen, auch wenn keine neue Behörde geschaffen wird und die gesammelten Daten bei den Innenministerien der Mitgliedsstaaten liegen sollen. Die bisherigen Erfahrungen in Schweden und Belgien zeigen, dass auch der Menschenhandel auf diese Weise besser bekämpft wird, so die Kommissarin.
Wer einen Flug bucht, gibt den Fluglinien ja schon jetzt seine Adresse bekannt, seine Telefonnummer, die Kreditkartennummer, die Flugroute und noch ein paar Informationen mehr. Auf diese sogenannten Passagierdaten sollen die Polizeibehörden in Zukunft zurückgreifen können, um die Sicherheit der Passagiere zu erhöhen, so heißt es in Brüssel. Nach einem Monate müssen die Daten anonymisiert werden, nach 5 Jahren sind sie zu löschen. Alle Datenschutzregeln müssen eingehalten werden. Die Kommission will dieses System nur für Flüge außerhalb der EU einführen, obwohl besonders Großbritannien in Hinblick auf die Olympiade in London 2012 gerne auch innereuropäische Flüge erfasst sähe.
Die Reaktionen im Europaparlament, das diesen Vorschlag gemeinsam mit den Innenministern beschließen muss, sind gemischt. ÖVP-Delegationsleiter Strasser verlangt Beweise, dass die EU durch die Sammlung von Passagierdaten wirklich sicher gemacht wird. Sein SPÖ-Kollege Jörg Leichtfried warnt, dass Sonderwünsche bei der Verpflegung an Bord nicht bis zu fünf Jahre gespeichert werden sollen. Der unabhängige EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser mahnt höchste Datenschutzstandards bei der Überwachung der Flugpassagiere ein.Der Vorschlag muss jetzt von den Mitgliedsstaaten und dem Europaparlament diskutiert werden. Viele EU-Abgeordnete sind skeptisch und bezweifeln, dass die aufwendige Datensammlung die Sicherheit der Bürger auch wirklich erhöhen würde.

 

 

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