Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Konjunkturpaket der EU-Vorschau, ZiB 1, 25.11.2008


Morgen will die Europäische Kommission ihren Vorschlag für das lange erwartete EU-Konjunkturpaket machen, weiß man schon, was der Inhalt sein wird?
Die Grundidee ist, dass alle EU Staaten ein Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für den Kampf gegen die Rezession ausgeben sollen.
Und zwar in koordinierter Weise.
Die Rede ist von insgesamt 130 Milliarden Euro, genaue Zahlen wird es erst morgen geben.
Aber in der EU gibt es natürlich nicht einen Finanzminister, sondern 27 Finanzminister, die zum Teile seine sehr unterschiedliche Strategie verfolgen.
Deutschland, die Wirtschaftslokomotive Europas, steht auf der Bremse. Großbritannien, wo der Abschwung besonders scharf ist, steckt Milliarden in die Wirtschaft.
Da wird noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten sein, um zu einem koordinierten Vorgehen zu kommen.
Was bedeutet das für den Stabilitätspakt, wonach das Budgetdefizit ja unter 3 Prozent des Bruttonationalprodukts bleiben muss?
Der Stabilitätspakt soll für die nächsten zwei, drei Jahre weitgehend außer Kraft gesetzt werden.
Das wird niemand so formulieren in Brüssel, weil das ein sehr heikles Thema ist.
Denn die Kommission fordert auch jene Mitgliedsstaaten wie Großbritannien oder Irland, die mit ihrem Defizit jetzt schon über 3 Prozent des Bruttonational liegen, noch mehr Schulden zu machen, um den Abschwung zu bremsen.
Diese Schulden werden später abgebaut werden müssen, klar.
Aber erst, wenn der Schock der Krise vorbei ist und die Wirtschaft sich erholt hat.

 

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