Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Kosovo Vermittlungsbemühungen der EU, ZiB 1, 19.11.2007

Haben Verhandlungen im Rahmen der Troika zur Lösung des Kosov-Problems nach de mWahlsieg Hashem Thacis eigentlich noch Sinn?
Die Aussenminister wissen ganz genau, dass im Endeffekt an der Unabhängigkeit des Kosovo kein Weg vorbei führen wird.
Aber die Frage ist, wie wird es zu dieser Unabhängigkeit kommen? Ist das mit schweren internationalen Verwerfung verbunden, droht eine neue Welle der Gewalt auf dem Balkan, weil Russland und Serbien total dagegen sind?
Das will man unter allen umständen vermeiden.
Daher sucht man bis zum letzten Moment nach unkonventionellen Wegen.
Während des Kalten Krieges, da haben sich die beiden deutschen Staaten die Bundesrepublik und die DDR auch nie diplomatisch anerkannt.
Trotzdem hat man ab den Siebzigerjahren einen Weg gefunden miteinander zu leben.
Das könnte ein Modell auch für den Balkan sein.
Warum ist es so schwierig eine gemeinsame Linie in der EU zu finden?
In einem wichtigen Punkt ist man schon einig: Der Kosovo steht ja jetzt unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.
Ab dem nächsten Jahr wird er unter der Schirmherrschaft der Europäische Union stehen, das ist allen klar.
Der Voraustrupp der Europäer für den Aufbau von Justiz und Polizei ist jetzt schon in Pristina. Der wird dort auch bleiben.
Keine gemeinsame Haltung gibt es bisher in der Frage, wie man sich einer einseitigen, überstürtzten Unabhängigkeitserklärung Albaner gegenüber verhalten soll. Ob man anerkennen soll und wie schnell. Eine Minderheit von Mitgliedsstaaten fürchtet, dass es negative Folgen für den ganzen Kontinent haben könnte, wenn man beginnt einseitig Grenzen zu verändern.

 

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