Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Lewis Libby angeklagt, ZiB 1, 29.10.2005



Das Weisse Haus im Wuergeriff der Justiz ausgerechnet wegen der angeblichen Enttarnung einer Geheimagentin durch zwei der wichtigsten Mitarbeiter.
Gestern wurde das Schreckensszenario jedes Praesidenten Wirklichkeit.
Meineid und Behinderung der Justiz lauten die schweren Vorwuerfe des Staatsanwaltes gegen Lewis Libby, darauf stehen bis zu 30 Jahre Haft.
Der maechtige Stabschef von Vizepraesident Dick Cheney ist inzwischen zurueckgetreten.
Er hat gelogen unter Eid, und zwar wiederholte Male, ein ernstes Verbrechen, sagt Sonderstaatsanwalt Patrick Fitzgerald.
Die Ermittlungen gegen Carl Rove, den engsten Berater des Praesidenten gehen weiter.
CIA - Agentin Valery Plame, deren Identitaet an Journalisten weitergegeben wurde, ist mit Ex-Botschafter Joe Wilson verheiratet, der behauptet, dass es nie Beweise fuer Saddam Husseins angebliche Nuklearruestung gegeben hat.
Vor allem im Buero des Vizepraesidenten war man ueber diese Aussagen empoert.
Die Anklage, die dem Weissen Haus so zu schaffen macht, fuehrt zum Irak. Denn der Ehemann, der durch die Enttarnung der CIA Agentin getroffen werden sollte, hat immer lautstark die Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen bestritten. Auch wenn es bei dem nun bevorstehenden Prozess nur sehr vermittelt um diese politische Grundfragen gehen wird: die Auseinandersetzung um die Hintergruende des Irakkrieges wird dadurch lebendig bleiben.

 

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