| |
|
Libyenkrise und EU-Aussenminister,
ZiB 1, 21.2.2011
Wie sicher Haigs Quellen
sind, wonach Gaddafi sich schon auf dem Weg nach Venezuela befindet, das
ist schwer zu beurteilen. Auffällig ist, dass kein anderer Außenminister
eine solche Information bekannt gegeben hat und auch Cathrine Ashton konnte
nur sagen, dass sie darüber nichts weiss. Gesicherte Information
ist das also keineswegs. Großbritannien hat in der ganzen Krise
sehr offensiv agiert. Das hängt mit dem Anschlag über Lockerbie
zusammen, für den Libyen ja die Verantwortung übernommen hat.
Auf jeden Fall wird jetzt die Frage, wo sich Gaddafi wirklich aufhält
und warum er nicht persönlich auftritt, noch dringender gestellt
werden.
Ob die Europäer eigentlich noch hoffen mit ihrer Forderung nach Dialog
und einem Ende der Gewalt gehört zu werden?
Die Hoffnung ist verflogen, die Europäer sehen: das ist ein Kampf
auf Leben und Tod zwischen dem Regime und der Opposition in Libyen, da
wird es wenig diplomatische Rücksichtsnahmen geben.
Was auch gestorben ist in diesen Tagen, das ist die Hoffnung, dass das
Gaddafiregime einem echten Partner für die Europäer werden kann.
Im wirtschaftlichen Bereich und bei der gemeinsamen Kontrolle der Migrationsströme
aus Afrika.
Von den Menschenrechten her war das immer problematisch.
Jetzt ist es umgekehrt: sollte es zu einem längeren Bürgerkrieg
kommen, dann gibt es gar das Schreckgespenst, von einer riesigen Flüchtlingswelle
von Hunderttausenden Menschen in Richtung Europa. Vor allem in Südeuropa
sieht man diese Gefahr.
nach oben,
Fenster schließen
|