Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Litauen untersucht Geheimgefängnisse, AJ, 25.8.2009


In den USA wächst der Druck auf den CIA Rechenschaft über die im Antiterrorkampf angewandeten Foltermethoden abzulegen. Das amerikanische Justizministerium schließt Anklage gegen CIA-Mitarbeiter nicht mehr aus. Auch in Europa gab es in den Jahren nach dem 11.September geheime Gefängnisse für Folterverdächtige. Während Polen und Rumänien trotz starker Hinweise den Verdacht zurückweisen, verspricht jetzt Litauen eine eingehende Untersuchung.
Litauens neue Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite sagt, sie war in der fraglichen Zeit EU-Kommissarin in Brüssel und hat selbst daher keine Informationen über ein amerikanisches Geheimgefängnis unweit der Hauptstadt Vilnius. Aber sie nimmt die Angaben des amerikanischen Fernsehsenders ABC, wonach 8 Gefangene Jahrelang unweit der litauischen Hauptstadt Vilnius festgehalten wurden, ernst.
OT Grybauskaiute
Es ist bedauerlich, dass jetzt auch mein Land auf dieser Liste steht. Wir werden herausfinden müssen, ob diese Informationen war sind oder nicht.
Das litauische Parlament hat bereits eine ausführliche Untersuchung eingeleitet.
Trotz nahezu überwältigender Indizien leugnen Rumänien und Polen, die ebenfalls enge Verbündete in George Bushs Antiterrorkrieg waren, dass es auf ihrem Gebiet je verboten CIA-Verließe gegeben hat.
Um die Mitverantwortung europäischer Regierungen bei Menschenrechtsverletzungen im Antiterrorkrieg zu klären, fordert auch Kommissionsspräsident Barroso eine tiefgehende, unabhängige und unparteiische Untersuchung, und zwar so rasch wie möglich
OT Barroso
Vor allem der Europarat hat bisher Hinweise auf Geheimgefängnisse in drei EU-Staaten und die Beteiligung der Europäer an CIA-Geheimflügen zusammengetragen. Die betroffenen Regierungen mauern jedoch, eine schmerzliche Aufarbeitung der vergangenen Antiterrormethoden, wie in den USA, ist in Europa bisher ausgeblieben.

 

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