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Lufthansa-AUA-Deal genehmigt,
ZiB 1, 28.8.2009
Die Europäische Kommission hat heute auch formell die Übernahme
der AUA durch die Lufthansa genehmigt. Allerdings musste die deutsche
Airline beträchtliche Zugeständnisse machen. Auf wichtigen Strecken
müssen Flüge gestrichen werden, die AUA muss um 15 Prozent schrumpfen.
Es waren nervenaufreibende Verhandlungen. Und und das grünes Licht
der Europäischen Kommission ist mit strengen Auflagen für die
Lufthansa verbunden. Der deutsche Riese muss auf einträgliche Flüge
verzichten um der Konkurrenz mehr Raum zu geben. Betroffen sind die Flugstrecken
von Wien nach Frankfurt und München, nach Stuttgart, Köln und
Brüssel. Wettbewerbskommissarin Nelly Kroes will verhindern, dass
die Lufthansa durch die AUA-Übernahme eine Quasi-Monopolstellung
erhält. INSERT: TON VAN LIEROP, SPRECHER, EUROPÄISCHE KOMMISSION
Keine Einwände hat die Kommission gegen die halbe Milliarde, die
die Republik zuschießen muss, damit die AUA überhaupt verkäuflich
ist.
Jede Woche Warten hat der AUA viel Geld gekostet warum hat diese Entscheidung
der Europäischen Kommission eigentlich lange gedauert?
Die Verhandlungen waren hart und sie haben lange gedauert, weil wir uns
nach wie vor in einer wirtschaftlichen Ausnahmesituation befinden, und
das gilt für die Luftfahrtindustrie ganz besonders.
Die Lufthansa hat sich lange mit aller Kraft gegen diese Vorgaben der
Kommission gewehrt, weil die natürlich ihre Einnahmen vermindern.
Gleichzeitig gibt es aber einen riesigen Konzentrationsprozess in der
Luftfahrtindustrie. Die Kommission will verhindern, dass die Konkurrenz
von einigen wenigen Großen völlig erstickt wird, sie möchte
Entwicklungsmöglichkeiten für neue, innovative Firmen schaffen.
Die Lufthansa hat letztlich nachgegeben. Aber der Kompromiss musste juristisch
wasserdicht formuliert sein, alle 27 Mitgliedsstaaten sind gefragt worden.
Das hat Zeit erfordert. Was waren größte Stolpersteine zwischen
Kommission und Lufthansa? Erstaunlicherweise nicht die 500 Millionen Zuschuss
des österreichischen Staates. Staattliche Beihilfen sind in der EU
unter bestimmten Bedingungen eben doch möglich. Am schwierigsten
waren die Verhandlungen über die vielen einträglichen Flüge
von Wien nach Deutschland, wo AUA und LH die Platzhirschen sind. Bisher
haben sich die beiden Konkurrenz gemacht, das wird natürlich nicht
mehr der Fall sein, wenn es sich um eine Firma handelt. Daher soll die
Konkurrenz auf diesen Strecken mehr Raum erhalten.
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