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Lynndie England verurteilt,
ZiB 1, 27.9.2005
Der Schuldspruch fuer
Lyndee England kam nicht ueberraschend. Misshandlung, Verschwoerung und
obszoene Akte sahen die Militaerrichter als erwiesen an.
Es waren diese Fotos, die den Folterskandal von Abu Graib zum Platzen
brachten, mit der grinsenden jungen Frau im Zentrum. Lyndee England wurde
zur Symbolfigur fuer die dunkelste Episode der amerikanischen Irakpolitik.
Sie hat doch nur Befehle befolgt, beteuerte sie spaeter.
Eine psychisch labile Persoenlichkeit, argumentierten die Verteidiger,
gewohnt blind zu gehorchen.
Sie habe einfach alles getan, was der Anfuehrer der Gruppe, ihr damaliger
Liebhaber Charles Graner wollte.
Doch die Richter meinten jeder amerikanische Soldat muss wissen, dass
solche Handlungen verboten sind. Lyndee England drohen jetzt bis zu 10
Jahre Haft.
Im Pentagon sieht man diesen Prozess als Beweis dafuer an, dass der amerikanische
Rechtsstaat auch in der Extremsituation eines Krieges funktioniert. Insgesamt
9 Reservisten der beruehmten Nachtschicht von Abu Graib wurden bestraft.
Gegen hunderte Soldaten in anderen Einheiten wurden Untersuchungen eingeleitet.
Fuer die amerikanische Antikriegsbewegung ist das Thema Gefangenenmisshandlungen
damit allerdings noch lange nicht vom Tisch.
Direkt vor dem Weissen Haus kritisieren Demonstranten, dass die Verantwortlichen,
Offiziere wie Politiker bisher ungeschoren geblieben sind.
Festgenommen wurde dabei Cindy Sheehan , die Soldatenmutter, die zur Leitfigur
der neuen Friedensbewegung wurde.
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