| |
|
Mehr NATO-Soldaten für
Afghanistan, ZiB 1, 4.12.2009
Spera Danielle (ORF)
In Brüssel haben die NATO-Außenminister den USA heute die
Entsendung von 7000 zusätzlichen Soldaten nach Afghanistan
zugesagt. Raimund Löw in Brüssel, haben die USA damit für
ihre
Afghanistan-Strategie die Unterstützung bekommen, die sie sich
eigentlich gewünscht haben?
Löw Raimund (ORF)
Politische können die USA zufrieden sein, militärisch kaum.
Politische Zufriedenheit deshalb, weil sich die Verbündeten
eindeutig hinter die Aussage des amerikanischen Präsidenten
gestellt haben, das es in Afghanistan um die Sicherheit Europas
und Amerikas geht, weil ein Triumph der Aufständischen
terroristischen Gruppen derartigen Auftrieb geben würde, dass das
Konsequenzen weit über die Region hinaus hätte. Aber 7000
zusätzliche Soldaten, das ist höchstens ein Anfang, die Diskussion
um Truppenverstärkung in der NATO wird weitergehen. Vor allem in
Richtung Frankreich und Deutschland, beides wichtige NATO-Staaten,
die ja hier in Brüssel absolut nichts versprochen haben.
Spera Danielle (ORF)
Die Aufstockung der Truppen ist auf geteiltes Echo gestoßen,
weshalb fällt es den USA so schwer ihre Verbündeten zu mehr
Engagement zu bringen?
Löw Raimund (ORF)
Weil es für alle europäischen NATO-Staaten eine schwere Belastung
ist auch wenige tausend Soldaten in einem tatsächlichen Krieg
stehen zu haben. Das bedeutet dutzende Gefallene, hunderte
Verletzt, vielleicht auch hunderte Gefallene wie jetzt schon in
Großbritannien. Die öffentliche Meinung steht diesem Einsatz
mehrheitlich negativ gegenüber. Und vergessen wir nicht, wenn
alles nach Plan geht, wird es im nächsten Jahr 140tausend
westliche Soldaten in Afghanistan geben, das werden mehr fremde
Truppen sein als es zur Zeit der sowjetischen Besatzung vor mehr
als 20 Jahren gegeben hat.
nach oben,
Fenster schließen
|