Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Mehrwertsteuerbetrug soll erschwert werden, AJ, 19.8.2009


Seit der Wirtschaftskrise gehen die Regierungen nicht nur verstärkt gegen Steueroasen vor, wie auch Österreich im Streit um das Bankgeheimnis erleben muss. Auch im Kampf gegen Mehrwertsteuerbetrug soll die EU enger zusammenarbeiten, fordert die Europäische Kommission. Steuerkommissar Laszlo Kovacs will ein neues Informationssystem schaffen, das den Mitgliedsstaaten den Zugang zu den Steuerinformationen der Nachbarn erleichtern soll.
Der Kampf gegen den Mehrwertsteuerbetrug hat eine lange Geschichte in der Europäischen Union. Durch diverse Schieberein entgehen den EU-Finanzministern jedes Jahr hunderte Milliarden Euro. Den beliebtesten Trick wenden sogenannte Karusselbetrüger an. Zum Beispiel: Waren aus Deutschland oder Österreich werden mehrwertsteuerfrei in ein Nachbarland bestellt und dort inklusive verkauft, aber inklusive des üblichen Mehrwertsteueraufschlags. Die Händler verschwinden, der Fiskus sieht keinen Groschen.
Die Europäische Kommission unternimmt jetzt einen neuen Anlauf, solche Betrügerein zu erschweren.
Eurofisc soll das Wunderding heißen, über das EU-Finanzämter in Zukunft rasch Zugang zu den Steuerdatenbanken der Partner bekommen sollen. Behauptet eine Firma, die Mehrwertsteuer sei schon in Dänemark oder den Niederlanden entrichtet worden, wäre das zum Beispiel für den österreichischen Fiskus viel leichter zu überprüfen als bisher.
Der neue Vorschlag von Steuerkommissar Laszlo Kovacz wird den Finanzministern vorgelegt. Beschlüsse in Steuerfragen müssen in der EU einstimmig fallen. Bisher waren die Mitgliedsstaaten eifersüchtig bemüht ihre nationalen Steuerdaten voneinander fern zu halten, und nur ja keine Kompetenzen an die Union abzugeben. Zahlreiche Schlupflöcher sind die Folge. Man schätzt, dass den EU-Finanzministern zehn Prozent der Mehrwertsteuereinnahmen entgehen, das wären bis zu 250 Milliarden Euro.
Ein erklecklicher Teil dieses Riesenbetrages könnte erfasst werden, wenn die Steuerbehörden der EU besser zusammenarbeiten, sagt die Europäische Kommission.

 

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