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Merkel gibt sich hart, ZiB
13, 25.3.2010
Höggerl Susanne (ORF)
Ja und die deutsche Kanzlerin Merkel macht sich also bald auf den
Weg nach Brüssel zum EU-Gipfel, der ja am Nachmittag beginnt. In
Brüssel ist unser Korrespondent Raimund Löw. Herr Löw,
Kanzlerin
Merkel stellt ja für dieses Hilfspaket für Griechenland einige
Bedingungen. Wird sie sich denn damit in der EU durchsetzen?
Löw Raimund (ORF)
Wie immer in Europa wird es einen Kompromiss geben, aber es wird
wahrscheinlich ein sehr deutscher Kompromiss sein, denn
Deutschland ist in einer starken Position. Alle wissen: Es kann
wirkungsvolle Unterstützung für Griechenland nur geben, wenn
sich
das finanzkräftigste, das wirtschaftlich stärkste Land in Europa
beteiligt. Daher kann Angela Merkel ihre harten Bedingungen
diktieren und das tut sie auch. Sie wird immer mehr zur eisernen
Lady Europas. Wir haben es gehört - Unterstützung nur im äußersten
Notfall und unter Beteiligung des Währungsfonds, was bisher von
vielen EU-Staaten abgelehnt wurde.
Höggerl Susanne (ORF)
Sie haben es eben gesagt: Unterstützung nur mit Hilfe des
Internationalen Währungsfonds. Darauf pocht die deutsche Kanzlerin
immer wieder. Warum hat es da bisher gegen diesen Vorschlag solche
Widerstände gegeben in der EU?
Löw Raimund (ORF)
Bisher war man der Meinung, dass es nicht gerade ein Zeichen der
Stärke ist, wenn die Euro-Länder es nicht schaffen, ein Problem,
das sie selbst kreiert haben, dessen Entstehung sie nicht
verhindern konnten, mit einem solchen Problem auch fertig zu
werden. Der Internationale Währungsfonds redet mit bei der
Wirtschaftspolitik, er redet mit bei der Währungspolitik. Da war
die Europäische Zentralbank bisher dagegen, da waren die meisten
EU-Staaten bisher dagegen und man hat gesagt, es muss eine
europäische Lösung geben. Ob das mit dem Währungsfonds
möglich
ist, das wird heute Nacht verhandelt werden müssen. Vergessen wir
nicht, der Euro war ja auch ein politisches Projekt. Die
gemeinsame Währung sollte Europa zusammenführen. Wenn man ein
so
relativ kleines Problem wie das Griechenland-Problem -
Griechenland hat zwei Prozent der Wirtschaftsleistung ganz Europas
- nicht alleine schaffen kann, damit umzugehen, dann wird das
international als Zeichen gesehen, dass dieses Projekt eines
politischen gemeinsamen Europas noch einige Hürden zu überwinden
hat.
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