Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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  Aktuelle Analysen
   

Mexiko vor den Praesidentschaftswahlen, ZiB 2, 30.6.2006

Die Präsidentschaftswahlen Mexiko vom kommenden Sonntag rufen weiter über Landesgrenzen hinaus grosse Aufmerksamkeit hervor. Wird sich doch zeigen, wie weit der gegenwärtige Linkstrend in Lateinamerika reicht. Der Kandidat der konservativen Regierungspartei des Bush-Freundes Vincente Fox liegt in den letzten Meinungsumfragen knapp hinter dem populären linken Bürgermeister von Mexico City Lopez Obrador.
BEITRAG RL
So viele Menschen hat ein Wahlkampf noch nie mobilisiert in Mexico. Ungewöhnlich hart sind die Positionen der regierenden Konservativen und einer siegessicheren Linke aufeinander geprallt.
Lopez Obrador, der populäre Bürgermeister von Mexico City, hat die Millionen Armen mit seiner feurigen Rhetorik gegen soziale Ungerechtigkeit und die reaktionaere Rechte aus ihrer Passivität gerissen.
OT LOPEZ OBRADOR, PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDAT
Obrador ist zum Messias der Unterprivilegierten geworden. Er verspricht ihnen höhere Löhne und mehr Jobs.
Obrador wird mit den Privatisierungen Schluss machen, für die Armen ist das gut, er wird ganz sicher fuer ihn stimmen.
In seiner Stadt hat der Bürgermeister offensive Sozialpolitik betrieben. Senioren erhalten eine Mindestpension von 730 Pesos, umgerechnet 50 Euro.
INSERT: MARIA, PENSIONISTIN
Niemand hat sich je um uns gekuemmert, versichert uns die 73 jaehrige Maria, Obrador war der einzige.
Die marktwirtschaftliche Öffnung in Richtung USA und strenges Sparen bei den Staatsfinanzen haben Mexiko geholfen, den Finanzkollaps vor 10 Jahren zu ueberwinden. Aber die scharfen sozialen Gegensaetze sind nicht kleiner geworden, sie praegen mehr denn je die politische Auseinandersetzung in dem Schluesselland an der Suedgrenze der USA.
Corona, das mexikanische Bier, ist zur Weltmarke aufgestiegen. Die Exporte boomen in die USA. An der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik will er nicht rütteln , beteuert der Firmensprecher.
Die Wirtschaft waechst, wir sind bereit fuer die Herausforderungen der Zukunft.
INSERT: JORGE SIEGRIST, GRUPO MODELO
Die Hoffnungen der mexikanischen Unternehmer ruhen auf ihm: Felipe Calderon, der ehemalige konservative Energieminister, setzt auf Kontinuität. Den linken Konkurrenten kritisiert er als unverantwortlichen Populisten.
INISERT: FELIPE CALDERON, PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDAT
Er, Calderon, sage immer dazu, wie er seine Vorhaben finanzieren will.
Endgültig etabliert hat sich in Mexico auf jeden Fall der politische Pluralismus. Die langjährige Staatspartei PRI geht inzwischen fast unter in der Vielfalt der Bewerber.


 

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