Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Mexiko - kein klarer Sieger, ZiB 1, 3.7.2006


Siegesfeiern gab es gestern Nacht gleich zwei in Mexico City.
Wir haben die Präsidentschaft gewonnen, verkündet der populäre Ex- Bürgermeister. Das ergeben seine Zahlen.
LOPEZ OBRADOR, LINKER PRÄSIDENTSCHAFSKANDIDAT
Die Wahlbehörde soll dieses Ergebnis akzeptieren, fordert der Hoffnungsträger der Linken.
Kein Zweifel, der Sieg ist unser,
FELIPE CALDERON, KONSERVAT. PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDAT
triumphiert dagegen der Kandidat der Konservativen ein paar Kilometer weiter. Er ist jetzt der Favorit, mit einem wackeligen Vorsprung, der kleiner als ein Prozentpunkt ist.
Nach einem Wahltag mit langen Wartezeiten liegen die beiden führenden Bewerber damit so knapp beieinander, dass keine sichere Hochrechnung möglich ist. Die Parlamentswahlen wurden für die Konservativen auf jeden Fall zum Erfolg.
Deutlich sichtbar die wachsenden politischen Spannungen in Mexiko: Commandante Marcos, der mit Pfeife und Gesichtsmaske längst ein Symbol der weltweiten Antiglobalisierungsbewegung wurde, ruft zur Rebellion. Auch am Wahltag in den Strassen der Hauptstadt.
In Mexiko hat lange die Staatspartei PRI regiert, der Ausgang aller Wahlen stand im Voraus fest. Für das relativ junge Mehrparteiensytem bedeuten die jetzigen unklaren Resultate eine gefährliche Belastung. Je länger offen bleibt, in welche Richtung das Land letztendlich gehen wird, desto tiefer werden die Gräben zwischen den politischen Lagern.

 

 

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