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Microsoft neuerlich im Visier
der EU, AJ, 14.1.2008
Die Wettbewerbsbehörde
der Europäischen Union hat zwei neue Untersuchungen gegen den Computersoftware
Giganten Microsoft angekündigt. Nur wenige Monate nach eine bahnbrechenden
Urteil des ERuropäischen Gerichtshofes befindet sich der amerikanische
Multi, dessen Produkte auf fast allen Computern dieser Erde laufen, damit
von neuem auf Kollisonkurs mit der Europäischen Union. Die EU sagt,
im Interesse der Konsumenten will sie mehr Konkurrenz im Softwarebereich
durchsetzen.
Erst im vergangenen September hat das Europäische Höchstgericht
eine Strafe der Europäischen Kommission in der Höhe von fast
500 Millionen Euro gegen den Softwareriesen Microsoft bestätigt.
Microsoft versprach Besserung, aber jetzt kündigt die Kommission
zwei neuerliche Untersuchungen wegen ganz ähnlicher Delikte an. Die
angekündigte Öffnung der Software von Microsoft für Konkurrenten
geht nach europäischem Recht viel zu wenig weit, das zumindest ist
der Verdacht der Kommission.
Konkret moniert Brüssel so wie früher die fehlende sogenannte
Interoperabilität von populären Microsoft Programmen wie Office,
Excel und dem Internet Explorer. Das würde bedeuten, dass Microsoft
viel zu wenig technische Daten über den Zusammenhang zwischen diesen
Programmen und dem den Markt dominierenden Betriebssystem Windows offen
legt. Da 90 Prozent der Computer mit Windows, dem Betriebssystem von Microsoft
laufen, haben Konkurrenten, die vielleicht innovativere Programme für
die Büroarbeit oder den Internetzugang entwickeln, keine Chance.
Grundsätzlich untersucht die Kommission damit den gleichen Vorwurf
des die Konkurrenz behindernden Missbrauchs eines Quasimonopols durch
Microsoft, wie in den vergangenen Jahren. Ganz offensichtlich besteht
der Verdacht, dass Microsoft nach Zahlung der riesigen Strafe von einer
halben Milliarde Euro, vorhat so weiter zu tun, als ob nichts gewesen
wäre. Die toughe Wettbewerbkommissarin Nellie Kroes will das nicht
durchgehen lassen.
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