Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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  Aktuelle Analysen
   

Milliardenstrafe für Wall Street Banken, ZiB 1, 21.12.2002

In den Neunzigerjahren als nicht nur in New York der Höhenflug der
Aktienkurse grenzenlos schien, da waren sie die Stars des großen Geldes:
jetzt gestehen die Banken mit den klingendsten Namen an der Wall Street
illegale Praktiken ein, für die die Kunden mit hohen Verlusten bezahlt
haben.
Elioth Spitzer, New Yorks oberster Staatsanwalt hatte den Skandal
aufgedeckt: Nie wieder dürfen die Analysten, die Aktien bewerten, aus den
Gewinnen der Banken bezahlt werden, die Aktien verkaufen, beteuert Spitzer.
Denn Aktien hat man an der Wall Street auch dann zum Kauf empfohlen, wenn
man wußte, dass es um die dahinterstehende Firma schlecht bestellt war, nur
um des Geschäfts willens. Verdient haben die Banken, das Risiko trugen die
Anleger.
Als im schleichenden Börsenkrach der vergangenen Jahre Millionen sahen,
wie ihre Ersparnisse schrumpfen, da mußten sich die einstigen Superstars
der Börse auch vor dem Kongress in Washingten rechtfertigen: wer
Telekommunikationsaktionen auf seinen Rat gekauft hat, hat alles verloren.
Er habe einfach lange Zeit an diese Firmen geglaubt, versichert der einstige
Star-Analyst5 Jack Grubman. Die Strafe von 1,4 Milliarden Dollar ist für die
Banker an der Wall Street leicht zu verkraften: der Betrag entspricht dem
aktuellen Gewinn von eineinhalb Wochen. Kritiker fürchten, dass die neuen
Regeln nicht ausreichen werden um Kleinanleger in Zukunft vor ähnlichem
Mißbrauch zu schützen.

 

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